Missing an opportunity? Fachdialog zu CSR im deutschen Mittelstand in Berlin

Am 11. Juni fand in Berlin der Fachdialog "Missing an opportunity? Promoting CSR among German SMEs" statt. Experten aus Dänemark, Österreich, Großbritannien, Deutschland und von der Europäischen Kommission diskutierten Möglichkeiten und Wege das Thema CSR im deutschen Mittelstand zu stärken.

Der Mittelstand ist das Rückrat der deutschen Wirtschaft und engagiert sich in vielfältiger Art und Weise für eine zukunftsfähige und nachhaltige Gesellschaft: sei es im betrieblichen Umweltschutz, in der Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter oder der Unterstützung lokaler Initiativen im Umfeld. Die vollen Potentiale von Corporate Social Responsibility (CSR) werden jedoch nur selten systematisch genutzt.

Auch wenn es in Deutschland durchaus eine Vielzahl von Kampagnen, Projekten und Initiativen zu einzelnen CSR relevanten Themenbereichen gibt, fehlt im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern ein Konzept bzw. eine Strategie zur Förderung des übergreifenden CSR-Konzeptes im Mittelstand. Während des Fachdialogs nutzten mehr als 40 Akteure und Multiplikatoren die Gelegenheit, sich über Programme und Projekte aus dem europäischen Ausland zu informieren und deren Erfahrungen zu diskutieren.

Mette Morsing von der Copenhagen Business School berichtete über die Kampagne "People and Profit" aus Dänemark. Im Rahmen der von der Danish Agency for Companies and Commerce durchgeführten landesweiten Kampagne werden u.a. 12.000 Führungskräfte und Angestellte aus kleinen und mittleren Unternehmen in speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Seminaren zum Thema CSR fortgebildet.

Als Vertreter der Wirtschaftkammer Österreich sowie der Unternehmensplattform respAct Austria nahm Andreas Schneider (Foto rechts oben) an dem Fachdialog teil und stellte einen "CSR-Werkzeugkasten" für Mittelständler. Der "Werkzeugkasten" besteht u.a. aus leicht verständlichen Informationsbroschüren für zehn verschiedene Branchen, die auf wenigen Seiten einen schnellen Überblick über die wichtigsten branchenspezifischen CSR-Fragen geben, sowie einem praktischen Ratgeber, der mittelständische Unternehmen dabei unterstützt, in sieben Schritten eine eigene CSR-Strategie zu entwicklen. Der Werkzeugkasten wurde insgesamt an 150.000 österreichische Unternehmen verteilt, was der Hälfte aller Unternehmen in Österreich entspricht.

Aus Großbritannien berichtete David Grayson, Leiter des Doughty Centre for Coporate Responsibility, über Erfahrungen des Small Business Consortium, einer breiten, vom Wirtschaftministerium geförderten Allianz von Institutionen, die Mittelständler in CSR-Fragen unterstützt. Der Vortrag von David Grayson steht als Video zur Verfügung.

Felix Dresewski, UPJ, stellte die Kampagne "Verantwortliche Unternehmensführung im Mittelstand" aus Deutschland vor. Die Kampagne unterstützt mittelständische Unternehmen über praktische Beispiele, mit einer Reihe regionaler Informationsveranstaltungen und einfachem Handwerkszeug wie z.B. einem praxisnahen Leitfaden dabei, mit Verantwortung zu gewinnen. Die Internetseite der Kampagne dient dabei als virtuelles Kompetenzzentrum sowohl für kleine und mittlere Unternehmen als auch für Multiplikatoren in Verbänden, Kammern und Medien.

Thomas Dodd von der Europäischen Kommission, Generaldirektion Unternehmen und Industrie, betonte in seinem Vortrag die zentrale Bedeutung der 24 Millionen Mittelständler für den Wirtschaftsraum Europa und die Bewältigung der bestehenden sozialen und ökologischen Herausforderungen. Er unterstrich die Notwendigkeit von speziell auf die Bedürfnisse mittelständischer Unternehmen abgestimmten Programme und Kampagnen sowie die wichtige Rolle intermediärer Organisation und sprach sich zudem für eine stärkere Initiative nationaler Regierungen aus, kleine und mittlere Unternehmen bei der Umsetzung von CSR zu unterstützen.

Die Veranstaltung wurde mit freundlicher Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie der Hertie School of Governance durchgeführt und ist Teil der UPJ-Kampagne "Verantwortliche Unternehmensführung im Mittelstand". Die Kampagne wird gefördert durch die Europäische Komission. Als Partner treten der DIHK und econsense - Forum nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft auf.