BDA-Diskussionspapier zum Thema CSR und Transparenz

23. Oktober 2009

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat der Frage nach Transparenz und Glaubwürdigkeit unternehmerischen Handelns in der Gesellschaft neue Priorität verliehen. Um Möglichkeiten und Grenzen der CSR- und Nachhaltigkeitsberichterstattung klarer zu fassen hat die BDA ein Diskussionspapier zum Thema CSR und Transparenz erarbeitet.

Aus Sicht der Arbeitgeber sind Dialogprozesse notwendig, um etwa offene Fragen dazu wie Transparenz unbürokratisch erhöht werden kann, zu klären und zu einem gemeinsamen Verständnis darüber, was sinnvollerweise von den Unternehmen erwartet werden kann, beizutragen. Unternehmen und Wirtschaftsverbände beteiligen sich deshalb aktiv an den auf europäischer Ebene von der EU-Kommission im nächsten halben Jahr organisierten Workshops zu Fragen der Berichterstattung und in der in Deutschland im Rahmen des CSR-Forums der Bundesregierung eingerichteten Arbeitsgruppe zum Thema Glaubwürdigkeit und Transparenz.

Das Diskussionspapier skizziert die Transparenzanforderungen an Unternehmen sowie die aktuelle Situation der Berichterstattungspraxis und greift unter anderem die im Zuge der Finanzkrise immer häufiger diskutierte Frage nach einer stärken Regulierung der CSR-Berichterstattung auf. Gegen eine verpflichtende Berichterstattung sprechen nach Meinung der BDA u.a. das bereits bestehende feingesponnene System quasi-verbindlicher Regelungen und Verpflichtungen, insbesondere durch Anforderungen in B-to-B-Geschäften wie auch im Bereich des Kapitalmarkts.

Eine Herausforderung bleibe zudem die Frage, wie Investoren, Verbraucher und Kundenunternehmen sowie die Zivilgesellschaft mit den für sie jeweils relevanten Informationen versorgt werden können, ohne das dies zu einem ausufernden Bürokratismus führe. Bei allen Überlegungen zur Stärkung von Transparenz und Glaubwürdigkeit dürfe man darüber hinaus nicht vergessen, dass KMUs die überwiegende Mehrzahl aller Unternehmen ausmachen. Diese sind zwar gesellschaftlich sehr aktiv, haben aber nicht die Ressourcen ihr gesellschaftliches Engagement als Hochglanzbroschüre zu kommunizieren. Letztlich wurden Berichterstattungspflichten außerdem drohen das vielfältige Engagement von Unternehmen vielmehr zu schwächen denn zu stärken, denn Ressourcen müssten dann in die Berichterstattung anstatt in das Engagement selbst gesteckt werden.