Verbraucherzentrale Bundesverband fordert 2. Preisschild für Unternehmensverantwortung

27. Oktober 2008

"Verantwortung ist gefragt!" lautet der Titel eines aktuellen Positionspapiers der Verbraucherzentrale Bundesverband zum Thema CSR. Zentrale Forderung des Bundesverbandes ist ein einheitlicher Bewertungsmaßstab für eine verantwortliche Unternehmensführung und die Entwicklung eines 2. Preisschilds.

Das Positionspapier definiert zunächst, was aus Verbrauchersicht bzw. aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbandes verantwortliches Handeln von Unternehmen kennzeichnet und welche Anforderungen zu erfüllen sind. CSR wird dabei als "Teil einer Verantwortungsgemeinschaft" verstanden, "bei der neben den Unternehmen auch die Verbraucher ihren Beitrag zu einem nachhaltigen Wirtschaften zu leisten haben."

Von Unternehmen wird neben den Hauptanliegen einer Verbraucherzentrale Bundesverband wie die stärkere Wahrnehmungen von Verbraucherbelangen bei der Gewährung von Informationen über Herkunft und Herstellungsweg der Produkte, eines guten Kundenservices und den vertrauensvollen Umgang mit sensible Daten, vor allem der Gebrauch seriöser CSR-Siegel gefordert. Diese sollen die Leistungen und Maßnahmen der Unternehmen im Bereich der gesellschaftlichen Verantwortung für den Kunden sichtbar machen und dauerhaft gewährleisten. Darüber hinaus verlangt der Verband, dass unternehmerisches Engagement nicht philanthropisch bleibt, sonder Teil des Kerngeschäfts wird. Dies bedeutet im Klartext, dass CSR zur Querschnittsaufgabe wird und die Unternehmensleitung die Verantwortung für die Einhaltung der formulierten CSR-Ziele übernimmt - bis hin zur Orientierung der Vergütung von Managern an der Zielerreichung.

Mit der Forderungen, die "Verbraucher in ihrer Verantwortung als Nachfrager wie in ihren Informationsbedürfnissen" zu berücksichtigen, spricht das Papier dabei nicht nur die Unternehmen, sondern vor allem den Staat an. Er soll den Ordnungsrahmen durch die Festlegung von Mindeststandards definieren und auf dessen Durchsetzung dringen. Dies schließt sowohl die Umsetzung der nationalen CSR-Strategie bis Mitte 2009 ein, als auch eine Verankerung von sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit in der neuen Vergaberechtsreform. Die Politik dürfe dabei nicht nur zuständig sein für die Rahmenbedingungen, sondern müsse auch als Vorbild aktiv auftreten.

Insgesamt betont das Positionspapier die Rolle des Staates sehr stark und weniger scheint die Wirtschaft selbst, als vielmehr die Bundesregierung in der Verantwortung gesehen. Die Anforderungen an die Poltik sind dementsprechend deutlich formuliert. Damit verbunden ist die Forderung auf die Etablierung eines so genannten "zweiten Preisschilds". Die Etablierung jener Art Siegel soll bisher fehlende Bewertungsmaßstäbe schaffen und die noch zu geringe Orientierung des Verbrauchers an ethischen Gründen beim Konsum stärken.

Wer eine "seriöse" Organisation sein könnte, die ein solches 2. Preisschild bzw. Siegel entwickeln und vergeben könnte, nennt das Positionspapier jedoch nicht. Auffallend ist weiterhin, dass Anforderungen an Unternehmen und Staat relativ ausführlich und präzise formuliert werden, hingegen die Eigenleistung der Verbraucherzentralen nur äußerst vage ausgeführt wird.

Zum Ende schließt das Positionspapier mit einer CSR-Analyse im Einzelhandel und Kreditgeschäft.