Halten multinationale Unternehmen die Menschrechte ein?

24. März 2006

John Ruggie, UN Special Representative on business human rights und Vordenker des Global Compacts, veröffentlichte am 12. März 2006 den Bericht "Mapping Out The Way Ahead for Business and Human Rights". Er kritisiert darin die unspezifisch formulierten Normen sowie die fehlenden offiziellen Verpflichtungen zur Einhaltung der Menschenrechte durch weltweit agierenden Konzerne.

Ruggie sieht Handlungsbedarf für eine verbesserte und verbindlichere Definition der UN-Normen und die Festlegung von effektiveren Strategien und Maßnahmen zu deren Umsetzung im Unternehmen. Um diesen Prozess schneller voranzubringen, erhält Ruggie Unterstützung von der ILO (International Labor Organization). Aus dieser Zusammenarbeit sollen effektive Strategien für multinationale Unternehmen hervorgehen, um Menschenrechtsverletzungen zukünftig unternehmensintern zu vermeiden.

Zur Stärkung der gesellschaftlichen Verantwortung in transnationalen Unternehmen, unter besonderer Berücksichtigung der Einhaltung der Allgemeinen Menschenrechte, wird Ruggie drei Projekte verfolgen:

  • Die Zusammenarbeit mit Juristen in verschiedenen Ländern, um die gesetzliche Situation vor Ort im Einklang mit der Allgemeinen Menschenrechtserklärung zu prüfen
  • In Kooperation mit der International Finance Corporation die Entwicklung eines Leitfadens zur Messung der Wirksamkeit der Umsetzung der UN-Menschenrechtsnormen in multinationalen Unternehmen
  • Die Entwicklung von geeigneten Instrumenten zur Überprüfung der Einhaltung der Menschenrechte in multinationalen Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Danish Institute for Human Rights.

Der Bericht hat eine lebendige Debatte ausgelöst:

Aron Cramer, Business for Social Responsibility

Oxford Analytica

Dr. Karsten Nowrot, Faculty of Law, Martin Luther University

Luke Eric Peterson, Embassy - Canada's Foreign Policy Newsweekly

Peter Davis, Ethical Corporation

Mallen Baker, Business Respect

Bart Mongoven, Stratfor

Kommentar der FIDH (Intl. Federation for Human Rights) und Antwort von John Ruggie