Übernahme von Body Shop durch L’Oreal löst Debatte aus

06. April 2006

Der Kosmetikkonzern L’Oreal kauft den britischen Naturkosmetikhersteller The Body Shop für circa 944 Millionen Euro. Bisher galt The Body Shop u.a. aufgrund seiner Anti-Tierversuchs-Politik als Vorzeigeunternehmen in Sachen CSR. Die Übernahme durch L’Oreal könnte diese öffentliche Einschätzung nun aber ändern. Die britische Tierschutzorganisation Naturwatch hat bereits zum Boykott gegen The Body Shop aufgerufen.

Der Naturkosmetikhersteller The Body Shop ist mit über 2.000 Läden in 54 Ländern vertreten. Das Unternehmen gilt als Vorzeigeobjekt in der Anti-Tierversuchs-Kampagne, weil Tests an Tieren grundsätzlich abgelehnt werden. Darüber hinaus wurden hohe Naturschutzstandards in der Produktion festgeschrieben und das Unternehmen unterstützt kleine, regionale Händler in der Dritten Welt. Dennoch ruft Naturewatch zum Boykott gegen The Body Shop auf. Die Tier- und Umweltschützer befürchten, dass durch die Übernahme des Unternehmens durch L’Oreal die Einnahmen aus den Body Shop Geschäften zur Finanzierung von Tierversuchen genutzt werden können.

Dieser Vorwurf wird von The Body Shop-Unternehmenssprecher Bill Eyres entschieden zurückgewiesen: „Der Boykott ist völlig ungerechtfertigt, denn wir werden an unserer Anti-Tierversuchs-Politik auf jeden Fall festhalten und sie auch von unseren Zulieferern einfordern.“ Immerhin bleibt das britische Unternehmen auch nach der Übernahme eigenständig. Das Management wird nicht gewechselt und der Firmensitz bleibt in London. Es gilt also abzuwarten, wie sich The Body Shop weiterentwickelt. Möglicherweise findet dann sogar ein Umdenken bezüglich der Tierversuche beim französischen Mutterkonzern L’Oreal statt, wie es Corina Gericke, Fachreferentin bei „Menschen für Tierrechte“, erwartet. Die 63-jährige Firmengründerin Anita Roddick bleibt als Beraterin bei The Body Shop tätig und wird darauf achten, dass sich am Ethos des Unternehmens auch nach der Übernahme durch L’Oreal nichts verändern wird.