Der Ablass-Kapitalismus - Das Geschäft mit dem guten Gewissen

09. Juni 2005

In einem Beitrag für die Wirtschaftswoche vom 2. Juni 2005 übt Dr. Christian Ramthun scharfe Kritik an CSR: "Im Kielwasser der anschwellenden Kapitalismuskritik hier zu Lande, die nach stärkerer Sozialbindung des Eigentums verlangt, droht CSR zu einer neuen Form der Mitbestimmung zu entarten."

Weiter heiß es:

"Die CSR-Verfechter rütteln an den Grundsätzen der sozialen Marktwirtschaft, die Ludwig Erhard einst mit den Leitbildern Freiheit und Verantwortung formulierte. Danach setzt die Übernahme von Verantwortung die Freiheit dazu voraus. Diese wird indes durch den anschwellenden Zwang zu gesellschaftlichem Wohlverhalten, ob durch öffentlich inszenierten Druck oder Vorschriften, konterkariert. Die Verantwortungsimperialisten unterstellen, dass der ungeliebte Kapitalismus nicht dem gesellschaftlichen Interesse dient. In diesem Klima mutieren Unternehmen zu beladenen Sündern, die sich durch fremdbestimmtes gesellschaftliches Engagement erst reinwaschen müssen. Die Marktwirtschaft droht zum Ablass-Kapitalismus zu verkommen."