Edda Müller zu nachhaltigem Konsum aus Sicht der Verbraucher

19. April 2005

"Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion sind zwei Seiten einer Medaille", lautet das Resümee von Prof. Edda Müller, Vorstand Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., bei ihrer Rede auf einer Veranstaltung der American Chamber of Commerce in Berlin.

"Das eine geht nicht ohne das andere. Die Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung ist daher geteilt. Sie betrifft Unternehmen ebenso wie die Verbraucher. Ohne eine nachhaltige Produktion, ohne Unternehmen, die sich den Zielen einer gleichermaßen sozial wie ökologisch verantwortlichen Entwicklung verpflichtet fühlen, d.h. ihre Produktentwicklung, ihre Einkaufspolitik, ihre Verbraucherkommunikation und ihr Investitionsverhalten entsprechend ausrichten, ist nachhaltiger Konsum nicht praktizierbar. Wenn hier im folgenden von Unternehmen die Rede ist, so ist dabei der Handel ausdrücklich eingeschlossen. Er hat eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, nachhaltige Produkte in die Einkaufsregale zu nehmen und den Verbrauchern eine zeitraubende Suche und Markterkundung zu ersparen.

Genauso gilt allerdings, dass produzierende Unternehmen und Handelsunternehmen, die in einem harten nationalen und internationalen Wettbewerb stehen, auf Verbraucher angewiesen sind, die ihre Anstrengungen auch honorieren. Das gilt zumindest immer dann, wenn nachhaltige Produktion und "gesellschaftliche Unternehmensverantwortung" (Übersetzung für csr) sich in Form höherer Kosten in den Preisen für Waren und Dienstleistungen niederschlagen. Für Unternehmen und Verbraucher gilt auch, dass nachhaltige Produktion und nachhaltiger Konsum auch wirtschaftlich die bessere Entscheidung darstellen können."