Corporate Social Responsibility und wirtschaftlicher Erfolg - Darstellung und Diskussion ausgewählter Perspektiven der jüngeren Forschung

30. Januar 2012

Diplomarbeit an der Europäischen Fernhochschule Hamburg. Mathias Ebel, 2009/2011.

Abstract
Die fortschreitende Globalisierung bedingt, dass Unternehmen einerseits zunehmend gesellschaftliche Verantwortung zugewiesen wird und sie sich andererseits in einem verschärften Wettbewerb auf Kapital- und Absatzmärkten befinden. In diesem Spannungsfeld stehen gesellschaftliche und wirtschaftliche Anforderungen scheinbar unvereinbar gegenüber. Aus dem Blickwinkel der Managementtheorien gibt es restriktive wie affirmative Standpunkte über die Beziehung zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Corporate Social Responsibility (CSR). Als Hauptargument führen Kritiker von CSR an, dass ökonomische und gesellschaftliche Zielsetzungen auseinanderfallen. Nach dieser Logik stehen Unternehmen vor der Wahl, entweder Gewinne zu maximieren oder ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Die Argumente der Befürworter von CSR zielen in die entgegengesetzte Richtung. Sofern Gesellschaft und Unternehmen nicht als Gegenspieler wahrgenommen werden, lassen sich ökonomische und gesellschaftliche Zielsetzungen in Einklang bringen. Eine solche Kongruenz von wirtschaftlichem Erfolg und CSR, auch als Business Case of CSR bezeichnet, ermöglicht eine Vielzahl unterschiedlicher Erfolgs- oder Nutzenwirkungen, von denen Unternehmen profitieren. Mindestens seit 1972 untersucht die Wissenschaft anhand von empirischen Studien das Für und Wider dieser gegensätzlichen Standpunkte. Obwohl die durchgeführten Studien überwiegend eine positive Korrelation zwischen wirtschaftlichem Erfolg und CSR interpretieren, ist daraus kein eindeutiger Beleg für den Business Case von CSR ableitbar. Die Resultate der zahlreichen Studien sind letztlich zu uneinheitlich und mit zu vielen Schwächen behaftet, als dass sie als aussagekräftiger Beleg dienen könnten. Unternehmensführungen fehlt damit die Grundlage für Entscheidungen im Zusammenhang mit CSR, was Unsicherheit schafft und den Legitimationsdruck insbesondere gegenüber Shareholdern steigert. In dieser Situation präsentieren Orlitzky et al. (2003), Kurucz et al. (2008) sowie Schreck (2009) drei unterschiedliche Forschungsansätze. Besonders Schreck, der mit seiner „methodologisch differenzierten Analyse des CSP/CFP-Links“ einen von Orlitzky et al. skizzierten Forschungsrahmen aufgreift und weiterentwickelt, gelangt zu wegweisenden Schlussfolgerungen: Er identifiziert die seit Jahrzehnten betriebene Suche nach dem vorbehaltslosen, generellen Business Case als Irrweg. Ferner wird herausgearbeitet, dass wirtschaftlicher Erfolg und CSR über bestimmte, indirekt wirkende Mechanismen miteinander verbunden sind. Zwischen einzelnen dieser Mechanismen bestehen positive Korrelationen, wobei die Richtung der Kausalität nicht zweifelsfrei feststellbar ist (zieht CSR wirtschaftlichen Erfolg nach sich oder betreiben wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen CSR?). Diese essenziellen Schlussfolgerungen bestätigen – zumindest teilweise – die Befürworter von CSR, dienen als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen und beinhalten zusätzlich wichtige Anstöße für zukünftige Forschungsarbeiten.

Betreuer
Herr Dr. Bernhard Seitz, Herr Prof. Dr. Bernd Banke.


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