Unternehmen für Stadt und Region - Chancen von regionalem Corporate Citizenship und Möglichkeiten der kommunalen Initiierung

31. Januar 2012

Bachelorarbeit am Lehrstuhl für Stadt- und Regionalpolitik der Fakultät für Sozialwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Christoph Kintzinger, 2011.

Abstract
Tiefgreifende Veränderungsprozesse in der Gesellschaft haben dazu geführt, dass das Thema „gesellschaftliches Engagement von Unternehmen“ in den letzten Jahren einen erheblichen Bedeutungsgewinn erfahren hat. Die politischen, sozialen und ökonomischen Entwicklungen unter Stichwörtern wie Governance, Bürgergesellschaft, New Regionalism oder weiche Standortfaktoren bieten dabei – neben (betriebs)wirtschaftlichen Vorteilen von Corporate Citizenship - gerade für die regionale Ebene einen überzeugenden analytisch-konzeptionellen Rahmen für das unternehmerische Engagement. In der Praxis messen die dort hauptsächlich agierenden Akteure, nämlich kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), diesen Entwicklungen als Antrieb für ihr gesellschaftliches Handeln allerdings nur bedingt Bedeutung zu. Auch sind gesellschafts- und unternehmensbezogene Strategien bei der Umsetzung des Engagements bei selbigen mehrheitlich nicht vorhanden.

Die durchgeführten Experteninterviews mit Vertretern von Einrichtungen der Engagementförderung führen als Begründung für diesen Sachverhalt vor allem Implementierungshindernisse in Gestalt von mangelnden Kenntnissen über bzw. fehlenden betrieblichen Ressourcen für Corporate Citizenship an. Darüber hinaus wird deutlich, dass grundsätzliche Grenzen des Corporate Citizenship-Konzepts für die Gruppe der KMU bestehen. Es ist daher insgesamt zweifelhaft, inwieweit sie sich (im Gegensatz zu Großunternehmen) im anspruchsvollen Wortsinn als „corporate citizen“ verhalten und durch innovatives Engagement eine tiefenwirksame, ordnungspolitische Leistung erbringen.

Obgleich dieser Grenzen, kann Politik auf Ebene der Städte und Gemeinden versuchen den identifizierten Implementierungshindernissen entgegenzuwirken, um damit die „Ressource unternehmerisches Engagement“ für die Regionalentwicklung zu nutzen. Die kommunale Haushaltskrise wirkt dabei als eine gewichtige Driving Force. In der Umsetzung gilt es dazu vor allem ermöglichende und vermittelnde Strukturen zu schaffen. Bei der Konzeption konkreter kommunaler Handlungsmaßnahmen kann auf das Instrumentarium der sonstigen, bereits bekannten Engagementförderung zurückgegriffen werden. Es zeigt sich dabei, dass in Bezug auf unternehmerisches Engagement besonders indirekte und niedrigschwellige Maßnahmen auf der regionalen Ebene erfolgsversprechend sind.

Betreuer
Prof. Dr. Jörg Bogumil


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