Umweltbewusstsein 2014: Umweltschutz kein Problem, sondern Teil der Lösung

31. März 2015

Das Umweltbewusstsein der Deutschen wandelt sich. Das belegt die neue Umweltbewusstseinsstudie von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt. Demnach sehen immer mehr Befragte den Umwelt- und Klimaschutz als Teil der Lösung für Zukunftsaufgaben, Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze.

Ergebnisse der Studie:

  • Fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) geben an, dass sie den Umwelt- und Klimaschutz für eine grundlegende Bedingung zur Bewältigung von Zukunftsaufgaben wie beispielsweise die Globalisierung halten. 2012 taten dies nur 40 Prozent. Knapp die Hälfte aller Befragten hält Umwelt- und Klimaschutz zudem für eine grundlegende Voraussetzung, um den Wohlstand zu sichern, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu erhalten und Arbeitsplätze zu schaffen.
  • Fast neun von zehn Befragten meinen, dass wir in Deutschland durch unsere Lebensweise auch für Umweltprobleme in anderen Ländern verantwortlich sind.
  • Ein wichtiges Gesundheitsproblem ist der Lärm: Zwei Drittel der Befragten fühlen sich von Lärm mittelmäßig oder etwas gestört. Jeder Zehnte meint gar, Lärm belästige ihn stark oder äußerst stark. Am meisten belastet der Straßenlärm.
  • Knapp drei Viertel der Befragten geben an, dass sie beim Kauf von Haushaltsgeräten immer oder sehr häufig zu energieeffizienten Alternativen greifen. 43 Prozent der Befragten kaufen häufig umweltschonende Reinigungsmittel, 39 Prozent haben schon einmal Ökostrom bezogen und rund ein Fünftel setzt beim Einkauf häufig auf Bio-Lebensmittel. Das Interesse an Öko-Produkten ist aber unterschiedlich ausgeprägt: Öko-Textilien etwa kaufen derzeit nur 10 Prozent der Befragten häufig.
  • 82 Prozent der Befragten sind dafür, Städte und Gemeinden gezielt so umzugestalten, dass man kaum noch auf ein Auto angewiesen ist. Bei 14- bis 17-Jährigen sind sogar 92 Prozent für diese Umgestaltung. Eine hohe Zustimmung gibt es für neue Mobilitätskonzepte in den Städten. Auch steigt die Bereitschaft, auf alternative Angebote wie Carsharing zuzugreifen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagte zu den Ergebnissen der Studie: „Ich verstehe diese Ergebnisse als Gestaltungsauftrag der Bevölkerung an die Umweltpolitik. Früher haben viele gedacht, Umweltschutz und Wirtschaftskraft würden sich widersprechen. Heute weiß man: Das Gegenteil ist richtig. Gutes Leben und Umweltschutz gehören zusammen.“

Die repräsentative Umfrage zum Umweltbewusstsein in Deutschland wird seit 1996 alle zwei Jahre durchgeführt. Erstmals wurde in diesem Jahr die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren befragt (in den Vorgängerstudien ab 18). Die Studie wurde als Online-Befragung im Sommer 2014 mit 2117 Personen durchgeführt.


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