Deutsche Unternehmen müssen dem demografischen Wandel strategischer begegnen

07. Juli 2015

Knapp die Hälfte der Betriebe beklagt heute einen Fachkräftemangel – Demografieorientiertes Personalmanagement ist aber eher die Ausnahme. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Demografie Exzellenz – Herausforderungen im Personalmanagement 2015“.

Die Studie wurde vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU), dem Demografie Netzwerk (ddn) sowie der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Lörrach gemeinsam durchgeführt.

Ergebnisse der Studie:

  • Die Folgen der demografischen Entwicklung sind in deutschen Unternehmen bereits heute spürbar. Knapp die Hälfte der Betriebe beklagt aktuell einen deutlichen Mangel an Fachkräften und in fast jedem zehnten Unternehmen (8,1Prozent) sind über 40 Prozent der Mitarbeiter älter als 55 Jahre. Vor diesem Hintergrund überrascht, dass nur knapp jedes dritte Unternehmen ein demografieorientiertes Personalmanagement als strategisches Ziel angibt und nur 4,2 Prozent ein eigenes Budget für Maßnahmen bereitstellen.
  • In vielen Unternehmen wird der demografische Wandel stärker als kulturbezogene anstatt als strategische Herausforderung verstanden. Während bereits 63 Prozent der Unternehmen demografieorientierte Werte im Leitbild verankert haben, betreiben nur 26,1 Prozent eine systematische Altersstrukturanalyse. Schwachstellen in der strategischen Personalplanung bestehen vor allem im Talentmanagement, bei systematischen Nachfolgeplanungen und zielgruppenspezifischem Personalmarketing.
  • Im Vergleich sind Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten in vielen Bereichen schwächer im Demografiemanagement aufgestellt. In der Personalentwicklung und im Wissensmanagement zeigen sie sich jedoch engagierter als größere Unternehmen. Unternehmen mit mehr als 1.000 Arbeitnehmern schneiden im Vergleich besonders gut im Gesundheitsmanagement ab und kümmern sich am stärksten um die Mitarbeiterbindung.
  • Die Studie zeigt auch, dass die Angebote externer Institutionen die Betriebe zu wenig erreichen. Nur 4,5 Prozent der Unternehmen arbeiten mit externen Institutionen zum Demografiemanagement zusammen.

Für die Studie wurden rund 1.500 Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet befragt. Teilnehmer waren überwiegend mittelständische Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern (71,1%), 21,4 Prozent beschäftigten 51 bis 500 Mitarbeiter, 2,3 Prozent 501 bis 1.000 und 5,2 Prozent über 1.000 Mitarbeiter.


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