Schlechte Noten für die Transparenz börsennotierter Unternehmen

15. Oktober 2014

Nur 3% der 4.609 weltweit größten börsennotierten Unternehmen veröffentlichen Informationen zu den grundlegendsten Nachhaltigkeitsindikatoren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der kanadischen Investmentberatung Corporate Knights Capital.

Die Studie bezieht sich auf Informationen, die Unternehmen zu sieben Nachhaltigkeitsindikatoren der so genannten „ersten Generation“ veröffentlichen. Dazu gehören die Mitarbeiterfluktuation, Energieverbrauch, CO2-Emissionen, Arbeitsunfälle, Gehälter, Abfallaufkommen und Wasserverbrauch.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Insgesamt berichten 97% der untersuchten Unternehmen keine oder nur einen Teil dieser Indikatoren.
  • 39% der untersuchten Unternehmen berichten ihre CO2-Emissionen, 40% den Energieverbrauch, 25% ihren Wasserverbrauch und 23% ihr Abfallaufkommen. 59% informieren über Gehälter. Nur 11% bzw. 12% der Unternehmen veröffentlichen Angaben zu Arbeitsunfällen und Mitarbeiterfluktuation.
  • Die Börse in Helsinki schneidet im Ländervergleich am besten ab: Die 23 dort gehandelten Großunternehmen stellen ihren Stakeholdern umfangreiche Informationen zu allen Indikatoren zur Verfügung. Am schlechtesten schneiden die Börsen in Warschau, Katar, Kuwait und Lima ab. Die Deutsche Börse nimmt den 20. Rang ein und verschlechtert sich gegenüber dem Vorjahresranking um 5 Plätze.

Die mangelnde Berichterstattung zu diesen grundlegenden Nachhaltigkeitsindikatoren steht in deutlichem Widerspruch zum wachsenden Interesse, das Investoren an nachhaltigen Investmentstrategien haben, so die Autoren der Studie. Für die Studie wurden Unternehmen mit einem Börsenwert von mehr als zwei Milliarden Dollar untersucht, die an 46 Börsen weltweit gehandelt werden. Die Informationen zu den Nachhaltigkeitsindikatoren stammen aus der Bloomberg ESG Datenbank.


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