Beschäftigung von Menschen mit geistiger Behinderung und Entwicklungsbeeinträchtigungen

12. November 2014

Geistig- und lernbehinderte Menschen werden von Unternehmen zunehmend nicht aus rein karitativen Gründen beschäftigt, sondern auch aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des Institute for Corporate Productivity, der in Partnerschaft mit der gemeinnützigen Organisation Best Buddies erstellt wurde.

Berufliche Teilhabe ist für viele Menschen ein entscheidender Aspekt von Lebensqualität. Der Anteil von Menschen mit geistiger Behinderung und Entwicklungsbeeinträchtigungen, die in Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes beschäftigt sind, ist aber aus unterschiedlichen Gründen vergleichsweise gering. Der Bericht beleuchtet Beweggründe und Erfahrungen von Unternehmen, die Menschen mit geistiger Behinderung beschäftigen.

Ergebnisse der Studie:

  • Die Gründe warum Unternehmen Menschen mit geistiger Behinderung und Entwicklungsbeeinträchtigungen beschäftigen sind vielfältig. 70% sehen etwa einen positiven Beitrag zur Unternehmenskultur, 64% wollen die Vielfalt in ihrer Organisation fördern, 62% wollen etwas Gutes tun und für 57% steht die Gewinnung von Talenten im Vordergrund.
  • 73% bewerten ihre Erfahrungen bei der Beschäftigung von Menschen mit geistiger Behinderung als sehr positiv oder positiv. Besonders geschätzt werden an den Kollegen etwa die Eigenschaften Verlässlichkeit (89%), Verbundenheit (88%), Zusammenarbeit mit anderen Kollegen (87%), Arbeitsqualität (79%) und Produktivität (74%).
  • Viele Unternehmen schrecken vor Herausforderungen bei der Beschäftigung von Menschen mit geistiger Behinderung zurück. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass die tatsächlichen Herausforderungen oft geringer sind als vermutet. Die befürchteten Probleme sind etwa im Durchschnitt 42% höher, als die tatsächlich eingetretenen Herausforderungen.

Neben weiteren statistischen Ergebnissen liefert der Bericht zudem Fallstudien und Empfehlungen bei der Beschäftigung von Menschen mit geistiger Behinderung und Entwicklungsbeeinträchtigungen.