Nachhaltigkeit: Raus aus der Philanthropie-Ecke – rein in die Strategieplanung

27. März 2014

Nachhaltiges Management ist auch im Mittelstand ein viel diskutiertes Thema. Jedoch fehlt es nach wie vor an einem umfassenden Managementansatz. Der auf nachhaltiges Wirtschaften abzielende Ansatz der Corporate Social Responsibility (CSR) wird – ganz bewusst – offen formuliert, um Raum für kreative Ansätze zu belassen. Das IfM Bonn hat in der vorliegenden Studie alle aktuell vorhandenen Konzepte zum nachhaltigen Unternehmertum analysiert.

Ergebnisse der Studie:

  • Die meisten Unternehmen sind, laut der Studie,  von der betriebswirtschaftlichen Nützlichkeit ihres Engagements überzeugt. Nur für die Wenigsten ist Nachhaltigkeit reine Philanthropie. Neben den kommunikationspolitischen Wirkungen (hier v.a. "positive Öffentlichkeitswirkung"( 71 %) und "gestärkte Kundenbeziehungen" (50 %)) profitieren Unternehmen vor allem von den personalpolitischen Wirkungen durch eine gesteigerte Mitarbeitermotivation und -bindung und einen Zugewinn an Humankapital (68 %).
  • Neben den eigenen Mitarbeitern fordern aber auch die strategischen externen Stakeholder (z. B. Endverbraucher) von den Unternehmen die Anwendung nachhaltiger Methoden des Wirtschaftens ein.
  • Nur ein geringer Teil der Unternehmen vergewissert sich sowohl durch Nachfrage bei ihren Zielgruppen als auch anhand von indikatorengestützten Recherchen (z. B. Marktanalysen) vom Grad der Zielerreichung. Die meisten tauschen sich lediglich mit ihren Stakeholdern aus oder vertrauen einfach auf die Nützlichkeit ihres Handelns.
  • Am schwierigsten gestaltet es sich, die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Nachhaltigkeit zu quantifizieren. Von den positiven Effekten auf betrieblicher Ebene kann nicht ohne weiteres auf die volkswirtschaftlichen Gesamteffekte geschlossen werden. Zu komplex sind die Ursache-Wirkungszusammenhänge. Nicht auszuschließen sind Effekte, die sich gegenseitig relativieren oder gar entgegenlaufen. Zudem fehlt es an Daten zur Operationalisierung dieser Wirkungen.

Betriebliches Nachhaltigkeitsmanagement zielt auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und auf die entsprechende Gestaltung der innerbetrieblichen Abläufe ab. Dafür empfiehlt das IfM Bonn den KMU-Führungskräften eine Kombination aus den beiden bewährten Ansätzen des Stakeholder-Managements und der Corporate Compliance: Während der erst genannte Ansatz auf die Steuerung der betrieblichen Interessengruppen abzielt, fokussiert das letztere Konzept die Stärkung des innerbetrieblichen Normensystems und somit die Gestaltung der Unternehmenskultur.


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