Bedeutung und Berücksichtigung von nicht-finanziellen Informationen durch Investoren

07. April 2014

Seit einigen Jahren berichten Unternehmen zunehmend zu nicht-finanziellen Informationen und stellen Daten zu ihrer ökologischen, sozialen und Governance-Leistung bereit. Eine Studie von Ernst & Young untersucht wie Investoren diese Informationen verarbeiten und bei ihren Entscheidungen berücksichtigen.

Ergebnisse der Studie:

  • Zwei Drittel der Investoren nutzen verschiedene Methoden, um die offengelegten nicht-finanziellen Informationen zu bewerten. Allerdings nutzt nur die Hälfte dieser Gruppe Leitlinien oder strukturierte Prozesse für ihre Einschätzungen, d.h. letztendlich das Zwei Drittel aller Investoren nicht-finanzielle Informationen entweder gar nicht berücksichtigen oder nur ihrer persönlichen Einschätzung folgen.
  • Investoren schätzen Informationen die direkt vom Unternehmen kommen mehr, als Informationen aus Drittquellen. Die wichtigsten Quellen sind der Jahresbericht (76,6% der Befragten nannten den Jahresbericht sehr wichtig oder wichtig) sowie der Integrierte Bericht (61%) und die Unternehmenswebsite (54,2%). 
  • Die Investoren gaben an, dass sie nicht-finanzielle Leistungen in der Regel als guten Benchmark für die Risikobewertung nutzen können. Die beiden wichtigsten nicht-finanziellen Themen waren die Auswirkungen von Regulierung auf das Geschäft der Unternehmen ("wesentlich" oder "wichtig" 85,9 %) und Risikominimierung (82,6%).
  • Investoren glauben, dass Unternehmen ihre nicht finanziellen-Leistungen vor allem publik machen, um ihre Reputation zu verbessern (69%). Dabei haben diejenigen einen Wettbewerbsvorteil, die ihre Berichte pünktlich veröffentlichen.
  • Nicht-finanzielle Informationen werden in verschiedenen Ländern als unterschiedlich wichtig erachtet. So gaben lediglich 15% der US-Amerikanischen und kanadischen Anleger an, dass die nicht-finanzielle Performance eines Unternehmens häufig eine entscheidende Rolle bei ihrer Entscheidung spiele (Rest der Welt: 31%)

Für die Umfrage wurden weltweit 163 Investoren, Analysten und Portfoliomanger befragt.


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