Der Beitrag von "Best-in-Class"-Ratings zur Einhaltung von Menschenrechten im Verantwortungsbereich von Unternehmen

10. Februar 2014

Nachhaltige Investoren legen ihr Geld in Unternehmen an, die im Vergleich zu anderen ihrer Branchen nachhaltig arbeiten. Dieser "Best-in-Class"-Ansatz soll einen Wettbewerb unter den Unternehmen erzeugen, der dazu führt, dass alle Unternehmen auf die Dauer nachhaltiger wirtschaften. Die vorliegende Studie von SÜDWIND e.V. untersucht diesen Ansatz.

In Interviews mit vier Nachhaltigkeitsratingagenturen, 22 Unternehmen und vier Nichtregierungsorganisationen werden die Ziele der Agenturen und die Reaktion der Unternehmen auf die Anliegen der nachhaltigen Investoren herausgearbeitet.

Ergebnisse der Studie:

  • Die Summe des nachhaltig angelegten Kapitals steigt kontinuierlich an. Nach Angaben von Eurosif stieg die Summe des nachhaltig angelegten Vermögens zwischen 2002 und 2011 in Europa von rund 340 Mrd. Euro auf 6,760 Bill. Euro und verzwanzigfachte sich damit.
  • Nur zwei der 22 befragten Unternehmen nannten Veränderungen, die sie aufgrund der Ratings vorgenommen hatten. Konkrete Veränderungen in der Praxis zur Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten nannte kein Unternehmen.
  • Nachhaltigkeitsratings tragen soziale und ökologische Themen in den Finanzmarkt hinein und sprechen auch Unternehmen an, die nicht im Fokus von Nichtregierungsorganisationen stehen. Außerdem wirken die Ratings über Jahre kontinuierlich auf Unternehmen ein.
  • Nichtregierungsorganisationen kritisieren Nachhaltigkeitsratings und halten sie für wenig aussagekräftig. Von NRO als wesentlich angesehene Themen wie zum Beispiel die Finanzierung von Uranmunition, Menschenrechtsverletzungen oder die Zahlung von existenzsichernden Löhnen erhielten ihrer Ansicht nach kein angemessenes Gewicht in der Bewertung. Die Ergebnisse Nachhaltigkeitsratings deckten sich somit nicht mit dem, was die NRO in der Realität an von Unternehmen zu verantwortenden Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung vorfinden.

Um die Wirkung von Nachhaltigkeitsratings zu verstärken, empfiehlt die Studie eine bessere Zusammenarbeit der Nachhaltigkeitsratingagenturen mit Stakeholdern, die oft einen direkteren und stärkeren Einfluss auf Unternehmen ausüben.