EMAS in Deutschland – Evaluierung 2012

24. Mai 2013

Deutsche Unternehmen haben sich bei der Anwendung von EMAS hinsichtlich ihrer großen Teilnehmerzahl als Vorreiter in der EU hervorgetan. Um einen Einblick in die EMAS-Praxis in deutschen Organisationen zu erhalten sowie Potenziale für die zukünftige Ausgestaltung des Umweltmanagementsystems zu identifizieren, wurde im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts eine Befragung der validierten Organisationen in Deutschland durchgeführt.

Die Umfrage wurde im Zeitraum von Mitte März 2012 bis Ende Juli 2012 durchgeführt. Insgesamt nahmen 573 EMAS Organisationen an der Befragung teil.

Ergebnisse der Studie:

  • Die große Mehrzahl der Befragten (86%) hält EMAS für ein gutes System. Wichtigste Gründe für die Einführung von EMAS sind Transparenz über umweltrelevante Verbräuche, Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes und der Energie- und Ressourceneffizienz. Die geringste Bedeutung haben für die Befragten finanzielle Vorteile und die Abgrenzung zur ISO 14001.
  • Die befragten Organisationen benötigen für die Einführung von EMAS im Durchschnitt 15 Monate. Im produzierenden Gewerbe erfolgte die Einführung schneller (Durchschnitt 12,7 Monate) als im nicht-produzierenden Gewerbe (Durchschnitt 17,3 Monate).  Der personelle Aufwand für die Einführung von EMAS beträgt im Durchschnitt etwa 10 Personenmonate. Kleine Organisation benötigen Durchschnitt 4,9 Personenmonate, mittlere Organisationen Durchschnitt 9,7 und große Organisationen Durchschnitt 14,1 Personenmonate.
  • Die Mehrheit (59%) der befragten Organisationen gibt an, dass sich die laufenden (internen und externen) Kosten zur Aufrechterhaltung des EMAS Systems auf weniger als 10.000 Euro pro Jahr belaufen. 37% der kleinen Organisationen geben sie mit weniger als 2.500 Euro pro Jahr an, 48% der großen Organisationen mit mindestens 10.000 Euro pro Jahr.
  • Den größten Nutzen aus der Einführung von EMAS ziehen die Befragten aus der Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes (81%), gefolgt von der Rechtssicherheit (64%) und der Mitarbeiterbeteiligung (59%). Den finanziellen Nutzen durch die Einführung von EMAS bewerten die meisten Organisationen hingegen als (sehr) gering oder nicht vorhanden.
  • Die überwiegende Mehrheit der Befragten (75%) findet das Kosten-Nutzen-Verhältnis ihrer Teilnahme am EMAS-System positiv oder ausgeglichen. 17% der Befragten finden es negativ. Zu diesem Urteil kommen häufiger kleine (27%) als große Organisationen (13%).

Nachbesserungsbedarf sahen die befragten Organisationen vor allem bezüglich des Bekanntheitsgrads und einer verstärkten Information der Öffentlichkeit über EMAS. Für die zukünftige Ausgestaltung von EMAS wünschen sich viele Teilnehmer eine Verbesserung der EMAS-Anerkennung z.B. in Form von Gebührenreduktionen oder Verwaltungserleichterungen.

Die Veränderungsvorschläge sollen für die Verhandlungen über die nächste Novelle der EMAS-Verordnung genutzt werden. Denn spätestens ab Januar 2015 beginnt die EU-Kommission mit der Revision der EU-Verordnung.


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Download der Studie

www.emas.de