Erst die Hälfte der Bundesländer hat eine umfassende und langfristige Nachhaltigkeitsstrategie - Studie des Wuppertal Instituts

30. Juli 2013

Eine Studie des Wuppertal Instituts im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeigt: Erst die Hälfte aller Bundesländer verfügt über eine umfassende und langfristige Nachhaltigkeitsstrategie; bei der Bearbeitung einzelner Themenfelder gibt es große Unterschiede. Sie zeigt Best-Practice-Beispiele auf, die auch in anderen Ländern einsetzbar wären.

Ergebnisse der Studie:

  • Die Inhalte und Ziele der Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales in einer Nachhaltigkeitsstrategie sollten integriert betrachtet werden und nicht additiv. Ziele für die verschiedenen Nachhaltigkeitsdimensionen sollten möglichst in Form von quantifizierten und terminierten Indikatoren festgelegt werden, um so die Bindungswirkung zu erhöhen und eine stetige Überprüfung zu ermöglichen
  • Die Partizipation von nicht-staatlichen Akteuren bei der (Weiter-)Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien sollte über rein konsultative Verfahren – insbesondere online-basierte Konsultationsverfahren – hinausgehen. Dies kann z.B. über entsprechende Beiräte und – beider Erarbeitung von Strategien – über breit angelegte Dialogprozesse mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft realisiert werden, in deren Rahmen die Leitlinien für die Strategien festgelegt werden
  • Um Bindungswirkung in die Verwaltung und Gesellschaft hinein und eine breite Kommunikationswirkung zu entfalten, ist eine Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien in Form eigenständiger Aktionsprogramme oder Aktionspläne geeignet – z.B. in Form von konkreten Umsetzungsprojekten in Kooperation mit Partnern aus der Verwaltung selbst und/oder aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
  • Empfohlen wird insbesondere, die Nachhaltigkeitsstrategien integrativer auszurichten - sowohl vertikal bezüglich der unterschiedlichen Politikebenen als auch horizontal, wie im Umgang mit den umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten der Nachhaltigkeit.
  • Eine stärkere Integration von CSR-Aspekten in die Nachhaltigkeitsstrategien der Länder wäre wünschenswert

Die Ziele und Maßnahmen sollten möglichst beteiligungsorientiert, d. h. mit Vertretern aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft, entwickelt werden. Wichtig sind außerdem eine Orientierung an übergeordneten Strategien auf nationaler und EU-Ebene sowie die Einbindung von Nachhaltigkeitsprozessen auf kommunaler Ebene (sog. Lokale-Agenda-21-Prozesse).


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