International Corporate Sustainability Barometer

02. August 2013

Ziel des International Corporate Sustainability Barometers der Leuphana Universität Lüneburg ist es, den internationalen Praxisstand und Fortschritt von unternehmerischer Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR) abzubilden. Für die Studie wurden die Nachhaltigkeits-, Umwelt-, Arbeitsschutz und –sicherheits- sowie CSR-Manager der größten Unternehmen in elf verschiedenen Ländern aus Europa, Asien, Australien und Nordamerika befragt.

Die Studie umfasst Daten von 468 Unternehmen.

Die Ergebnisse der Studie:

  • Unternehmen weltweit sehen gesellschaftliche Stakeholder wie Nichtregierungsorganisationen und Medien/Öffentlichkeit stärker als fördernd für die Umsetzung von Nachhaltigkeit an als marktliche Stakeholder wie Zulieferer, Versicherungsgesellschaften und Banken. Die Sicherung von Legitimität und gesellschaftlicher Anerkennung ist somit die wichtigste Motivation für das Nachhaltigkeitsmanagement. Deutsche Unternehmen messen Medien/Öffentlichkeit im Schnitt eine noch stärkere Bedeutung bei als die meisten anderen Länder.
  • In allen untersuchten Ländern gibt die Mehrheit der Unternehmen an, Nachhaltigkeit mit den meisten oder allen Bereichen des Kerngeschäfts zu verknüpfen. Die spanischen, belgischen und britischen Unternehmen belegen hier die vorderen Ränge, während die Verknüpfung von Nachhaltigkeit und dem Kerngeschäft in Australien weniger etabliert ist. Die deutschen Unternehmen nehmen hier eine mittlere Position ein.
  • Die Umsetzung des Nachhaltigkeitsmanagements wird besonders durch CSR-/Nachhaltigkeitsabteilungen, die Geschäftsführungen und Public Relations/Unternehmenskommunikationsabteilungen gefördert.
  • Das Management der Stakeholder-Beziehungen eines Unternehmens ist ein weiterer wichtiger Aspekt unternehmerischer Nachhaltigkeit. Während die Unternehmen aller befragten Länder häufig ihre Anspruchsgruppen über Nachhaltigkeitsthemen informieren, werden intensive Formen der Stakeholder-Einbindung weniger genutzt. Stärker partizipative Stakeholder-Beziehungen finden sich in den südkoreanischen und den US-amerikanischen Unternehmen. Im Gegensatz dazu werden partizipative Stakeholder-Beziehungen vor allem in Spanien, Japan und der Schweiz selten genutzt. Deutsche Unternehmen liegen im Mittelfeld.
  • In allen Ländern gehören flexible Arbeitszeiten, Umweltmanagementsysteme und Qualitätsmanagementsysteme zu den am weitesten verbreiteten Methoden des Nachhaltigkeitsmanagements.
  • Die meisten der befragten Unternehmen messen ihren Einfluss auf die ökologischen und sozialen Themen Energieverbrauch sowie Arbeitsschutz und -sicherheit. Hingegen nehmen nur wenige Unternehmen solche Messungen für Konsumentenschutz, Kinder-, Zwangs- und Pflichtarbeit sowie Biodiversität vor.

Insgesamt zeigt sich, dass deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich beim Nachhaltigkeitsmanagement nur Mittelmaß sind.


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