4. Trendstudie zum ethischen Konsum: Verbraucher legen großen Wert auf faire Arbeitsbedingungen

08. Oktober 2013

Immer mehr Verbraucher kaufen Waren und Dienstleistungen auch nach ethischen Kriterien ein. Dabei hat sich das Verständnis von Konsumethik in jüngster Zeit verbreitert. Soziale Aspekte wie faire Arbeitsbedingungen spielen hier eine hervorgehobene Rolle - auch und vor allem im Hinblick auf die damit gewonnene Lebensqualität. Dies sind die Kernergebnisse der vierten Otto Group Trendstudie.

Die Studie "Lebensqualität – Konsumethik zwischen persönlichem Vorteil und sozialer Verantwortung" knüpft an die vorangegangenen Otto-Trendstudien an.

Ergebnisse der Studie:

  • Ethischer Konsum, bei dem die Verbraucher auch auf Umwelt- und Sozialstandards schauen, ist im Alltag der Menschen angekommen: Erstmals geben mehr als die Hälfte der Verbraucher (56%) an, häufig Produkte zu kaufen, die ethisch korrekt hergestellt sind. Dabei hat sich der Wert in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt.
  • Das Verständnis von Konsumethik hat sich bei den deutschen Verbrauchern verbreitert: So nimmt beim Einkauf von Waren und Dienstleistungen etwa die Bedeutung von regionaler Herkunft zu. Bedeutete ethischer Konsum bei der letzten Studie vor zwei Jahren noch für 77% der Befragten, regional erzeugte Produkte zu kaufen, sind dies nun 87%. Für umweltfreundlich hergestellte Produkte stieg dieser Wert zwar leicht von 89 auf 92% jedoch ist die konkrete Bereitschaft, für Bio-Produkte mehr Geld auszugeben, erstmals rückläufig.
  • Eine besondere Bedeutung messen die Verbraucher beim Kauf von Gütern sozialen Aspekten bei: Für 92% der Bürger bedeutet ethischer Konsum, Produkte zu kaufen, bei deren Herstellung auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen geachtet wird. 97% der befragten Verbraucher stimmen der Aussage zu, dass ein Unternehmen dazu beitragen kann, ihre Lebensqualität zu erhöhen, wenn es auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen achtet und Mitarbeiter fair behandelt. Während 60% korrekte Produkte kaufen, weil sie ihre eigene Lebensqualität erhöhen, tun dies sogar 83%, weil sie damit die Lebensqualität anderer erhöhen.
  • Als Impulsgeber für ethischen Konsum werden Medien und NGOs immer wichtiger. 22% der Befragten sind der Meinung, dass sie die zentralen Impulse setzen sollten, um das Thema Konsumethik für die Menschen attraktiver zu machen. Vor vier Jahren waren dies noch 12%. Auf die Wirtschaft vertrauen in dieser Beziehung wie im Vorjahr 21%.

Für die repräsentative Studien wurden telefonische Interviews mit 1.000 Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren durchgeführt. Ebenfalls flossen Experteninterviews in die Ergebnisse ein.


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