Übereinstimmung deutscher Nachhaltigkeitsberichte mit den GRI-Antikorruptions-Richtlinien

04. Dezember 2012

Unter dem Titel "Nachhaltigkeitsberichte deutscher Großunternehmen. Untersuchung der Übereinstimmung mit den GRI-Richtlinien im Bereich Antikorruption" beleuchtet Transparency Deutschland die Anwendung eines kleinen Ausschnitts der international anerkannten GRI-Richtlinien durch 21 große Unternehmen.

Die Analyse umfasst die im Bereich Gesellschaft enthaltenen Indikatoren der Aspekte Korruption (die Kernindikatoren SO2, SO3 und SO4) und Politik (Kernindikator SO5 und zusätzlicher Indikator SO6). Die Studie analysiert, ob die Unternehmen in ihren Nachhaltigkeitsberichten formal vollständig nach den Vorgaben der GRI-Richtlinien berichten. Sie geht nicht auf die inhaltliche Qualität der Berichte ein und prüft auch nicht deren Wahrheitsgehalt.
 
Falls über einen Indikator nur teilweise oder gar nicht berichtet wird, muss dies gekennzeichnet und erläutert werden. Das kann zum Beispiel aufgrund mangelnder Daten der Fall sein. Somit können Unternehmen die Richtlinie voll erfüllen, auch wenn sie nicht vollständig berichten können.

Ergebnisse der Studie:

  • In keinem der 21 Unternehmensberichte sind alle 4 Kernindikatoren vollständig erfüllt.
  • In nur einem Bericht sind 3 Indikatoren, in 6 Berichten 2 Indikatoren, in 3 Berichten lediglich 1 Indikator und in 11 Berichten kein einziger Indikator vollständig erfüllt.
  • Im GRI-Index richtig angegeben werden die Erfüllungsgrade für alle 4 Indikatoren nur bei einem Bericht, für 3 Indikatoren bei 2 Berichten, für 2 Indikatoren bei 7 Berichten, für nur einen Indikator bei 4 Berichten und bei 7 Berichten für keinen Indikator.
  • Bei den Aspekten Korruption und Politik erfüllt nur ein einziger der untersuchten Nachhaltigkeitsberichte die Forderung der GRI-Richtlinien für die Anwendungsebene A, über die Kernindikatoren entweder vollständig zu berichten oder die Nichtvollständigkeit anzugeben und zu erläutern.

Die 21 untersuchten Unternehmen wurden um Stellungnahme zu den ihren Nachhaltigkeitsbericht betreffenden Einstufungen gebeten. Elf Unternehmen haben diese Möglichkeit genutzt, davon haben sechs einzelnen Bewertungen widersprochen. Sofern die Erklärung des Unternehmens plausibel war, wurde das Ergebnis angepasst.


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