Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen durch Einbindung und Förderung privater Nachhaltigkeitsorientierung der Beschäftigten

08. April 2013

Wie und ob Menschen mit einer privaten Nachhaltigkeitsorientierung Impulse für das Nachhaltigkeitsmanagement bei ihrem Arbeitgeber geben, untersucht das Projekt "Nachhaltig leben und arbeiten" an der TU Berlin. Im Rahmen einer Studie wurden insgesamt 2.443 Arbeitnehmer aus dem deutschsprachigen Raum befragt.

1.079 Teilnehmer der Online-Befragung stammen aus der "normalen" Bevölkerung (repräsentative Stichprobe) und 1.364 aus der so genannten "Grünen Community".

Ergebnisse der Studie:

  • Für 71% der Mitglieder der „Grünen Community“ und für 54% der "normalen" Bevölkerung ist es sehr wichtig, umweltfreundliches Verhalten aus dem Privatleben auch am Arbeitsplatz einbringen zu können.
  • Nur etwa 17% der Befragten beider Stichproben geben jedoch an, mit darüber entscheiden zu können, was in ihrem Unternehmen bezüglich Nachhaltigkeit geschieht. Auch werden bisher nur wenige Beschäftigte (Grüne Community 21%, Bevölkerungsdurchschnitt 22%) durch ihre Vorgesetzten darin bestärkt, ihre privaten nachhaltigkeitsorientierten Werte am Arbeitsplatz einzubringen.
  • Unternehmen, die sich aktiv für Umwelt und Gesellschaft engagieren, werden am Personalmarkt von 77% der "grünen Community" und von 44% des Bevölkerungsdurchschnitts als besonders attraktive Arbeitgeber wahrgenommen werden.

Aus den Ergebnissen der Studie schließen die Autoren, dass Nachhaltigkeit sein Nischendasein für Unternehmen verloren hat und zum Bestandteil jeder Organisationsentwicklung werden sollte. Die aktive Einbindung der Beschäftigten biete einen Hebel, um eine verantwortliche Unternehmensführung voranzubringen. Gleichzeitig werden die Möglichkeiten des Themas Nachhaltigkeit für die Personalbeschaffung und -bindung bisher aber noch nicht ausgeschöpft.