Studie zum aktuellen Stand der Nachhaltigkeitsberichterstattung

15. Juni 2010

In 2006, als UNEP und KPMG eine Studie namens "Carrots and Sticks for Starters" veröffentlichten, war die Nachhaltigkeitsberichterstattung weit weniger verbreitet als heute. Über den aktuellen Stand und Trends im Sustainability Reporting berichtet nun eine zweite Auflage dieses Berichts - herausgegeben von der der Global Reporting Initiative in Kooperation mit UNEP und KPMG.

Die Studie "Carrots and Sticks - Promoting Transparency and Sustainability. An update on trends in Voluntary and Mandatory Approaches to Sustainability Reporting" untersucht freiwillige und verpflichtende Berichterstattungsstandards in 30 Ländern. Sowohl internationale als auch nationale Standards, Codes und Richtlinien sowie die Gesetzgebung für eine Nachhaltigkeitsberichterstattung haben sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Seit 2006 haben sich insbesondere die GRI G3 Guidelines als einer der am häufigsten eingeführten Standards bei Unternehmen und Organisationen etabliert.

Ergebnisse der Studie:

  • Ein identifizierter Trend: Regierungen gewinnen zunehmend an Bedeutung - immer mehr Regierungen führen eine verpflichtende CSR-Berichterstattung für Unternehmen ein.
  • In den 30 in der Studie berücksichtigten Ländern existieren insgesamt 142 verschiedene Berichterstattungsstandards. Die Studie stellt diese in übersichtlicher Form vor.
  • 65% der ermittelten Standards sind verpflichtender Natur, rund ein Drittel wird als freiwillig erachtet. Als Trend wird eine Kombination von sich gegenseitig ergänzenden freiwilligen und verpflichtenden Ansätzen genannt.
  • Ein weiterer Trend im Sustainability Reporting ist die integrierte Berichterstattung, bei der Nachhaltigkeit-Kriterien in den jährlichen Finanzbericht integriert werden. Diese steckt laut Studie jedoch noch in den Kinderschuhen: nur 3% der Global 250 Unternehmen nutzen die integrierte Berichterstattung.
  • Eine verpflichtende integrierte Berichterstattung zu Nachhaltigkeits-Kriterien besteht z.B. in Dänemark. In 2010 wurde in Südafrika durch die "Johannesburg Stock Exchange" das Integrated Reporting Committee gegründet, um Leitlinien für eine integrierte Berichterstattung zu entwickeln.

Die Autoren der Studie empfehlen u.a. Regierungen dabei zu unterstützen, eine aktivere Rolle einzunhemen. Um die freiwillige Offenlegung von Nachhaltigkeit-Aspekten über Minimalanforderungen hinaus zu fördern, sollten Behörden Anreize zur Einhaltung von Standards schaffen, z.B. mit Wettbewerben.

Für die Studie wurden die meisten der OECD Länder sowie einige neue Schwellenländer analysiert. Brasilien, Indien und Südafrika, die bereits in 2006 aufgenommen wurden, sind ebenfalls berücksichtigt.


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Download der Studie (1,4MB)