Reporting Change: Readers & Reporters Survey 2010

01. Februar 2011

Welche Erwartungen haben Leser von CSR- und Nachhaltigkeitsberichten und welcher Nutzen ist mit der Berichterstattung für das berichtende Unternehmen verbunden? Diese beiden Fragen stehen im Mittelpunkt einer im Auftrag der Global Reporting Initiative (GRI) erstellten Studie von KPMG, SustainAbility und Futerra.

Für die Studie wurden zwischen Ende 2009 und Mai 2010 5.227 Leser von Nachhaltigkeitsberichten zu ihren Erwartungen an die Berichterstattung befragt. Im Anschluss wurden die Angaben mit den Zielen von 90 Unternehmen abgeglichen. Dabei werden sowohl Übereinstimmungen zwischen den Erwartungen und Zielen sichtbar als auch z.T. deutliche Abweichungen.

Ergebnisse der Studie:

  • Übereinstimmung zwischen Lesern und Unternehmen herrscht bei der Frage nach den übergeordneten Zielen der Berichterstattung. Beide Gruppen nennen die "Verbesserung interner Prozesse" sowie "Rechenschaft zur Nachhaltigkeitsleistung" als die zwei wichtigsten Ziele.
  • Unterschiedlich wird jedoch die Bedeutung der Berichterstattung für den Stakeholder-Dialog wahrgenommen. Während über die Hälfte der befragten Unternehmen dies als eines ihrer Top3-Ziele nennt, sehen weniger als 20% der Leser in der Nachhaltigkeitsberichterstattung einen Ausgangspunkt dafür, um mit einem Unternehmen in Dialog zu treten.
  • 90% der Leser erachten die Nachhaltigkeitsberichterstattung grundsätzlich als glaubwürdig, nur 10% glauben aber, dass ein vollständiges Bild der Unternehmensleistung abgebildet wird.
  • Auf die Frage, wie die Leser die Informationen aus Nachhaltigkeitsberichten verwenden, antworteten 56%, dass sie die Informationen nutzen, um Entscheidungen über die Verwendung der Produkte und Dienstleistungen des jeweiligen Unternehmens zu treffen. Ungefähr die Hälfte der Leser nutzt die Informationen für Investitionsentscheidungen, ca. ein Drittel mit Blick auf die Wahl des Arbeitgebers.

Bei der Interpretation der Studienergebnisse sollte berücksichtigt werden, dass die Teilnehmerstruktur hinsichtlich ihrer regionalen Verteilung keinesfalls repräsentativ ist. 73% der befragten Leser stammen aus Brasilien, 10% aus Indien, 5% aus den USA und 12% aus dem Rest der Welt.


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Download der Studie (4,6 MB)