Bekanntheit von Öko- und Soziallabeln birgt Überraschungen

19. Januar 2012

Die Bekanntheit einiger Siegel und Label bei den Verbrauchern hat im Vergleich zu einer Untersuchung im Jahr 2010 abgenommen. Das ist das überraschende Ergebnis einer durch TNS Emnid in Auftrag der Unternehmensberatung true assets durchgeführten Untersuchung zur Bekanntheit und Glaubwürdigkeit von Öko- und Soziallabeln.

TNS Emnid hat im Dezember 2011 bereits zum zweiten Mal insgesamt 1.005 in Deutschland lebende Bürger ab 14 Jahren telefonisch befragt (CATI-Methode). Erstmals wurde dabei auch die Glaubwürdigkeit der Siegel und Label untersucht.

Ergebnisse der Studie:

  • Die bekanntesten Label bzw. Siegel sind BIOLAND (81%, 2010: 83%) und BIO das deutsche Bio-Siegel. Die Bekanntheit von BIO ging dabei von 83% im Jahr 2010 auf 80% zurück. Stabil blieben die Werte für Naturland (59%) und Demeter (32%).
  • Überraschenderweise ist, dass nur 48% der Befragten das Fairtrade Label bekannt ist, obwohl die Anzahl an fair gelabelten Produkten im Handel steigend ist. Die Bekanntheit von der Fair Trade Company GEPA liegt bei nur 16% (2010: 18%).
  • Auch erstaunt, dass das MSC-Siegel für nachhaltige Fischwirtschaft nur 13% der Befragten bekannt ist (2010: 14 %), obwohl es bereits breite Verwendung auf den Packungen von Fischprodukten findet.
  • Ein Anstieg der Bekanntheit konnte nur bei der Rainforest Alliance Certified auf 39% (2010: 35%) und bei der Bekanntheit des FSC-Siegels für nachhaltige Waldwirtschaft auf 16% (2010: 13%) erreicht werden. Mit nur 7% ist Utz Certified, ein neu in die Befragung aufgenommenes Nachhaltigkeitsprogramm für agrarische Erzeugung, noch kaum bekannt.
  • Am glaubwürdigsten werden die Verbände des ökologischen Landbaus (BIO, Naturland, Bioland oder Demeter) mit 71% der Angaben angesehen. Die Rainforest Alliance, Transfair und GEPA beurteilen 60-64% der Befragten als glaubwürdig. Weniger Glaubwürdigkeit erlangen das MSC-Siegel (54%) und das FSC-Siegel mit nur 38%.

Gründe für den Rückgang in der Bekanntheit des BIO-Labels sei möglicherweise die Einführung weiterer Labels wie z.B. des EU-Bio- bzw. Organic-Labels, dass auf immer mehr Produkten zu finden sei. Eine Erklärung für die geringe Bekanntheit von Fairtrade-Labels - trotz steigenden Angebots fair gelabelter Produkte sowohl im klassischen Lebensmitteleinzelhandel als auch im sogenannten Hard Discount - wird in der z.T. kontraproduktiven Kommunikation der Labels gesehen, die sich vornehmlich mit Kritik an anderen Labeln auseinandersetze, statt die eigenen Stärken herauszustellen.