BRIGITTE KommunikationsAnalyse 2012: Sozial ist das neue Bio

15. Mai 2012

"Korrekter Konsum" bleibt für Frauen in Deutschland ein kaufentscheidendes Kriterium. Allerdings reicht die Konzentration auf Umweltthemen für Unternehmen nicht mehr aus, um Wettbewerbsvorteile zu erlangen. Denn Verbraucherinnen interessieren sich auch zunehmend für soziale Aspekte. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle BRIGITTE KommunikationsAnalyse 2012.

Ergebnisse der Studie:

  • Im Vergleich mit der Untersuchung aus dem Jahr 2002 zeigt sich, dass Umweltthemen beim Kauf zwar immer noch eine wichtige Rolle spielen, diese aber relativ gesehen an Bedeutung verlieren. Zwar sagen noch 56 Prozent (2002: 59 Prozent) aller Frauen zwischen 14 und 64 Jahren, dass sie keine Produkte von Unternehmen kaufen, die in Bezug auf den Umweltschutz ins Gerede gekommen sind. Jedoch griffen 2002 noch 49 Prozent der Frauen beim Einkauf gezielt zu umweltfreundlichen Produkten, während das heute nur noch 39 Prozent der Frauen über sich sagen.
  • Dies wird jedoch nicht als wachsende Sorglosigkeit interpretiert. Die Frauen beziehen ihre hohen Ansprüche an die Unbedenklichkeit von Marken und Produkten nicht mehr „nur“ auf Umweltthemen. Vielmehr ziehen sie heute das gesamte soziale und ökologische Engagement eines Unternehmens ins Kalkül. Für Kaufentscheidungen stehen umfassend transparente, faire und verantwortungsbewusste Produktionsbedingungen im Vordergrund.
  • 71 Prozent der Frauen gaben an, sie würden keine Produkte von Unternehmen kaufen, die Waren unter bedenklichen Bedingungen wie z.B. Kinderarbeit herstellen. 58 Prozent der Frauen würden Marken bevorzugen, die sich glaubwürdig in sozialen Projekten engagieren. Und immerhin 47 Prozent würden sogar Qualitäts- und Komforteinbußen in Kauf nehmen, wenn sie von der Nachhaltigkeit eines Produktes überzeugt sind.

Die BRIGITTE KommunikationsAnalyse erhebt seit 1984 alle zwei Jahre repräsentativ die Einstellungen der Frauen in Deutschland zu Marken und ihre Einstellungen gegenüber den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Die aktuelle Befragung wurde im Herbst 2011 mit über 5.000 Interviews durchgeführt.