Großanleger setzen weiter auf Nachhaltigkeit

04. Juni 2012

Deutsche Großanleger sind gegenüber nachhaltigen Investments im Vergleich zum Vorjahr zurückhaltender geworden. Die Einstellung gegenüber nachhaltigen Investments ist aber weiterhin positiv. Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Index auf einer Skala von -100 bis +100 von +22 auf +4 Punkte.

Zu diesem Ergebnis kommt der diesjährige Stimmungsindex zur nachhaltigen Kapitalanlage von Union Investment in Zusammenarbeit mit Prof. Henry Schäfer von der Universität Stuttgart. Der Index basiert auf den Daten einer jährlich von Union Investment durchgeführten Befragung institutioneller Investoren. In diesem Jahr nahmen 202 Großanleger wie Versicherungen, Banken, Unternehmen und Stiftungen mit einem verwalteten Gesamtvermögen von mehr als 2,4 Billionen Euro an der Studie teil.

Ergebnisse der Studie:

  • Zum Rückgang des Index im Vergleich zum Vorjahr insbesondere folgende Faktoren beigetragen: Weniger Investoren berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien bei ihren Anlageentscheidungen (von 64 Prozent auf knapp 50 Prozent). Die Gewichtung nachhaltiger Strategien im Rahmen der gesamten Anlagepolitik  sank ebenfalls und weniger Personen fühlen sich in Sachen Nachhaltigkeit gut oder sehr gut informiert.
  • Die Verbesserung des Risikomanagements gehört für 65 Prozent der Großanleger zu den wichtigsten Motiven für nachhaltige Anlagestrategien.
  • 47 Prozent der Großanleger planen ihre Rolle als aktiver Investor auf- oder ausbauen und durch einen gezielten Dialog Einfluss auf Unternehmen in Hinblick auf Nachhaltigkeit auszuüben.
  • Zunehmende Bedeutung erhalten die Prinzipien der Vereinten Nationen für verantwortungsvolles Investieren (UN PRI). 67 Prozent der Großanleger, die diese Prinzipien kennen, setzen sich mit den enthaltenen Anforderungen auseinander. 33 Prozent von ihnen haben die UN PRI bereits unterzeichnet oder planen eine Unterzeichnung in den kommenden zwölf Monaten.

Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass in der Beurteilung nachhaltiger Investmentstrategien eine gewisse Verunsicherung eingetreten ist. Darüber hinaus haben sich anscheinend bei einer Reihe von Investoren im Zuge der europäischen Staatsschuldenkrise die Prioritäten verschoben, da in Anbetracht des schwierigen Marktumfeldes die Sicherung des benötigten Mindestertrags alles andere dominiere.

Ungeachtet der gefallenen Werte signalisiert der Index jedoch eine insgesamt stabile, positive Grundstimmung der Investoren.