GRI-Studie: Aktuelle Trends der Berichterstattung zu Menschenrechten

25. November 2009

Die Global Reporting Initiative hat in Kooperation mit dem UN Global Compact und Realizing Rights eine Studie erstellt, in der sie Beispiele für ermutigende Trends in der Berichterstattung zur Einhaltung von Menschenrechten präsentiert. Gleichzeitig stellt sie aber auch heraus, dass in einzelnen zentralen Bereichen Verbesserungspotenzial zu erkennen ist.

Basis der Studie ist die Analyse von 57 Nachhaltigkeitsberichten von Unternehmen unterschiedlichster Branchen.

Ergebnisse der Studie:

  • Eine geringe Zahl der untersuchten Berichte berücksichtigt die ganze Breite der für das Thema Menschenrechte relevanten Themen. Dazu zählen generelle Prinzipien der Berichterstattung wie z.B. die Einbeziehung von Stakeholdern oder die Vollständigkeit, aber auch spezifische Themen wie u.a. die Identifizierung der für das Unternehmen relevanten Menschenrechts-Themen oder die Berichterstattung über Performance-Angaben zu Menschenrechten.
  • Der größte Teil der Berichte liefert interessante und innovative, aber generell isolierte Beispiele für die Berichterstattung zu Menschenrechten. Meist wird zu einem speziell ausgewählten Thema berichtet.
  • Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass die Qualität der Berichte weitgehend hinter den in den GRI G3 Guidelines definierten Kernprinzipien zur Berichterstattung über Menschenrechte zurückbleibt.
  • Zu den Bereichen, in denen nennenswerte Beispiele für die Berichterstattung über Menschenrechte zu erkennen sind, zählen die Einbeziehung von Stakeholdern, die Berichterstattung über die Implementierung von Politiken und Prozessen zur Einhaltung von Menschenrechten sowie die Berichterstattung zu potenziell positiven Einflussmöglichkeiten auf die Einhaltung von Menschenrechten.
  • Herausforderungen bestehen u.a. darin, mehr über grundsätzliche potenzielle negative Einflüsse auf Menschenrechte und ausbalanciert über negative und positive Auswirkungen zu berichten sowie eine Vollständigkeit des Berichts zu gewähren.

Die Untersuchung wurde im Rahmen des Projekts "Human Rights - A call to Action" entwickelt. Ziel der Analyse ist, ein besseres Verständnis zu fördern, wie und warum Politiken und Praktiken zur Einhaltung von Menschenrechten öffentlich gemacht werden sollten, und wie dieses verbesserte Verständnis in Standards zur Berichterstattung eingebaut werden kann.

Im Rahmen des Projekts hat die GRI auch den Leitfaden "A Resource Guide to Corporate Human Rights Reporting" entwickelt, der Unternehmen dabei unterstützen soll, die für sie relevanten Menschenrechts-Themen zu identifizieren und entsprechend in ihre Berichterstattung einzubauen.