Nachhaltigkeit in der Chemieindustrie mit Sustainable-Value-Ansatz bewertet

18. Dezember 2009

Eine aktuelle Studie des IZT untersucht, wie effizient neun internationale Chemieunternehmen mit ihrem Kapital, ihren ökologischen Ressourcen und ihren Beschäftigten wirtschaften. Den Ergebnissen der Studie zufolge schaffen Branchenführer "nachhaltigen Mehrwert" in Milliardenhöhe.

Mit der Studie wird die Nachhaltigkeitsleistung von neun Chemieunternehmen systematisch monetär anhand des "Sustainable-Value-Ansatz" bewertet. Dieser erweitert die am Finanzmarkt etablierte Opportunitätskostenlogik auf ökologische und soziale Aspekte und kann damit Aussagen über die Nachhaltigkeitsleistung von Unternehmen in Euro treffen.

Ergebnisse der Studie:

  • Drei europäische Chemieunternehmen stellen laut Studie die "Champions" nachhaltigen Wirtschaftens innerhalb der Chemiebranche dar.
  • Dem französischen Industriegashersteller Air Liquide und dem deutschen Chemiemulti BASF gelang es, in allen vier untersuchten Jahren 2004 – 2007 ihr Ressourcenbündel deutlich effizienter als der Durchschnitt der betrachteten Unternehmen einzusetzen. Beide Unternehmen schufen damit einen nachhaltigen Mehrwert ("Sustainable Value") in Milliardenhöhe.
  • Bereinigt man diese Ergebnisse um die Unternehmensgröße, gelingt es Bayer im Jahr 2007 aufgrund seines Effizienzvorsprungs zum Zweitplatzierten BASF aufzuschließen.
  • Am Ende des Rankings steht das US Unternehmen Dow Chemical. Es setzte seine Ressourcen im Jahr 2007 nur etwa halb so effizient ein wie der Durchschnitt und schuf damit einen negativen Sustainable Value von minus 2,2 Milliarden Euro.

Die neun bewerteten Unternehmen verfügen über eine ausreichend aussagekräftige Nachhaltigkeitsberichterstattung, so dass bei fast allen Unternehmen durchgängig der Einsatz von 13 verschiedenen ökonomischen, ökologischen und sozialen Ressourcen betrachtet werden konnte, darunter der Kapitaleinsatz, der Wasserverbrauch, die Erzeugung gefährlicher Abfälle, die Emissionen von Treibhausgasen oder flüchtiger organischer Verbindungen. Des Weiteren wurden soziale Indikatoren wie die Anzahl der Arbeitsplätze und der Arbeitsunfälle einbezogen.

Wissenschaftler des IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin, der Queen’s University Management School in Belfast und der Euromed Management School in Marseille führten diese Studie gemeinsam durch. Der Ansatz wurde von den beteiligten Wissenschaftlern Prof. Dr. Frank Figge (Queen’s University Management School) und Dr. Tobias Hahn (Euromed Management School) im Jahr 2001 entwickelt. Die vorliegende Studie wurde von der BASF SE in Auftrag gegeben.