Studie zur Qualität von Nachhaltigkeitsberichten europäischer Unternehmen

04. März 2009

In Nachhaltigkeitsberichten europäischer Unternehmen erfährt der Aspekt der Vollständigkeit große Gewichtung und es wird versucht, eine große Vielfalt an Themen abzudecken. Währenddessen verpassen Unternehmen jedoch die Gelegenheit, thematische Schwerpunkte zu setzen und eine ausgewogene Diskussion über Herausforderungen und Chancen zu führen.

So lautet das Ergebnis einer von Ernst & Young durchgeführten Studie zur Qualität europäischer Nachhaltigkeitsberichte. Die Berichte wurden hinsichtlich folgender Aspekte untersucht: Stakeholdermanagement, die Balance zwischen positiven und negativen Aspekten, Lesbarkeit, Vergleichbarkeit, Glaubwürdigkeit sowie Grundsätze der Unternehmensführung hinsichtlich Nachhaltigkeit.

Ergebnisse der Studie:

  • 85% der berichtenden Unternehmen nutzen ihren Nachhaltigkeitsbericht, um klare ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele zu definieren.
  • Häufig berücksichtigte Themen sind: Grundsätze der Unternehmensführung, Diskriminierung, Sicherheit, Papierverbrauch, CO2-Bilanz – letztere erfreut sich zunehmender Aufmerksamkeit. In 92% der Berichte wird der Klimawandel als Diskussionspunkt aufgegriffen.
  • Viel Aufmerksamkeit wird auf Kosten der Qualität auf die Vollständigkeit der Themen gelegt. Jeder der sechs im Rahmen der Studie untersuchten Aspekte wird wenig fokussiert.
  • Der Anteil positiver und negativer Informationen ist nicht ausgeglichen. Nachhaltigkeitsberichte haben die Tendenz, einen Überfluss positiver Meldungen zu kommunizieren, während echte Schwierigkeiten, mit denen Unternehmen konfrontiert sind, meist unbeschrieben bleiben.
  • 70% der Berichte benennen relevante Stakeholder – zum Teil ist jedoch unklar, wie diese ermittelt wurden. Mehr als die Hälfte der Unternehmen macht nicht kenntlich, inwiefern sie auf Kritik der Stakeholder eingehen.

Von den 152 größten europäischen, in der Financial Times Top 500 gelisteten Unternehmen, haben 100 Unternehmen einen separaten Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2007 veröffentlicht. Die Berichte dieser Unternehmen sind Grundlage der Untersuchung.