okeom research: Nachhaltigkeit in Unternehmensführung und Kapitalanlagen

19. März 2009

In ihrem "oekom Corporate Responsibility Review 2009" bescheinigt die Rating-Agentur Unternehmen insgesamt ein wachsendes Engagement und bessere Transparenz in sozialen und ökologischen Fragestellungen. Allerdings sehen die Analysten große Unterschiede bei der Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeitsanstrengungen der Unternehmen.

Neben Entwicklungen im nachhaltigen Investment stehen zwei Themenblöcke im Zentrum der Untersuchung: "Transparenz" hinsichtlich Nachhaltigkeitsberichterstattung, Managergehältern und Zahlungen an Regierungen sowie "CR-Management: Anspruch und Wirklichkeit" zu den Themen Corporate Governance, Klimawandel und Menschen- und Arbeitsrechte.

Ergebnisse der Studie:

  • Knapp 500 Unternehmen, darunter sowohl börsennotierte Großunternehmen als auch kleine und mittelständische Unternehmen sowie nicht-börsennotierte Anleihenemittenten, erreichen die von oekom branchenspezifisch definierten Mindestanforderungen.
  • Anzahl und Volumen der nachhaltigen Publikumsfonds sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Im Zuge der Finanzkrise ist erstmals seit Beginn der Statistik im Jahr 1999 ein Rückgang des Fondsvolumens zu verzeichnen.
  • Als weltweit größten Markt hat Europa die USA erstmals abgelöst. Weltweit wurden per Ende 2007 mehr als 5 Billionen Euro unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien angelegt.
  • Besonders nachhaltigkeitsrelevante Branchen mit langer Erfahrung in der öffentlichen Auseinandersetzung erreichen eine gute Bewertung ihrer CSR-Berichte. Tendenziell gilt: Je größer und exponierter das Unternehmen, desto besser die Berichterstattung.
  • Zahlreiche Branchen zeigen insgesamt ein recht hohes Maß an Transparenz über die Vergütungen der Vorstände. Während dabei die Grundvergütung häufig transparent dargestellt wird, bleiben Art und Umfang von Optionsprogrammen und Abfindungen oft im Dunkeln.
  • In vielen Branchen haben sich die Unternehmen gute bis befriedigende Standards für die Themen Korruption, Geldwäsche und Wettbewerb gegeben. Die aktive Begleitung und Kontrolle der Umsetzung von Codes of Conduct werden oft vernachlässigt, die entsprechenden Maßnahmen zur Implementierung greifen häufig nicht. In einigen Branchen sind Verstöße weit verbreitet.
  • Unternehmen werden sich ihrer Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte nur teilweise bewusst. In den Problembranchen Öl & Gas sowie Bergbau & Metalle sind Menschenrechtsverletzungen nach wie vor weit verbreitet. Zu den häufigsten Verstößen zählen Landnutzungskonflikte und Gewalt durch Sicherheitspersonal.

Basis der Studie ist das oekom Corporate Rating, das den Umgang von Unternehmen mit ökologischen und sozialen Herausforderungen bewertet. Es wurden Daten von mehr als 1.100 Unternehmen aus über 40 Ländern erhoben und bewertet. Einbezogen wurden Unternehmen aus folgenden drei Bereichen: börsennotierte Großunternehmen aus konventionellen Branchen, börsennotierte kleine und mittelständische Unternehmen mit Nachhaltigkeitsfokus und nicht-börsennotierte Anleihenemittenten.