Die stillen Geber - Familienunternehmen stark engagiert

18. Dezember 2008

Zwei Drittel von Deutschlands 100 größten Unternehmen sind in Familienhand. Das Beratungsunternehmen INTES untersuchte in der Studie den Umfang des gemeinnützigen Engagements sowie die Motive und Herangehensweisen der Unternehmer.

So sehr sich das Engagement nach Betätigungsfeld und Präferenz der Verantwortlichen auch unterscheidet, es lassen sich dennoch Konstanten feststellen. Für die Studie wurden 4.200 Familienunternehmen angeschrieben von denen 248 verwertbare Bögen zurücksandten. Knapp die Hälfte der Antwortenden gab einen Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen Euro im Jahr an. Mehr als 12% erwirtschaften über 500 Millionen. Über 50% der Unternehmen werden in dritter Generation geführt.

Ergebnisse der Studie:

  • Die Familienunternehmer wurden zu ihrer Auffassung von gesellschaftlichem Engagement befragt. Jenes definiert sich für sie vor allem über die Ungebundenheit der Aktivitäten von der Unternehmenstätigkeit und die geringe Fokussierung auf den kapitalen Nutzen.
  • Die überwiegende Zahl der Befragten gab als Motiv für ihr Engagement den Wunsch an „der Gesellschaft etwas zurückgeben“ zu wollen. Auf einer Skala von 1-5 bekam diese Aussage einen Wert von 1,9 zugeordnet. Gefolgt von der Auffassung, dass gemeinnütziges Engagement Familientradition ist (2,4).
  • Das Engagement von Familienunternehmen ist vor allem lokal und regional geprägt und zielt in erster Linie auf die Bereiche Bildung (67%) und Förderung von Kunst und Kultur (46%) ab.
  • Zwei Drittel der Antwortenden gaben an im Jahr bis zu 50.000 Euro für gesellschaftliche Aktivitäten aufzuwenden. Ein kleinerer Prozentsatz (4%) spendet sogar über eine Millionen Euro. 93% dieser Gelder gehen durch monetäre Spenden direkt an die Projekte. 23% werden dagegen von einer eigenen Stiftung betreut.
  • 90% der Familienunternehmer betreuen die gemeinnützigen Aktivitäten ihres Unternehmens dabei selbst und nehmen nur wenig externe Hilfe in Anspruch.

Gemeinnütziges Engagement von Familienunternehmen in Deutschland wird oft über Generationen fortgeführt. Es ist vor allem intuitiv motiviert und eng an die lokalen und regionalen Bedürfnisse angelehnt.

Die Studie kann über den Herausgeber bezogen werden.