Nachhaltigkeit und CSR - Themen für das Marketing?

27. Juli 2008

Nachhaltiger Konsum konzentriert sich nicht mehr nur auf den Kauf von Bio-Lebensmitteln. Das etablierte Bedürfnis vom Kunden nach ökologischem Handeln wird um die Forderung nach sozialem und gesamtwirtschaftlichem Engagement erweitert, so das Ergebnis einer Studie der TU Berlin, für die sowohl Unternehmensverteter als auch Konsumenten befragt wurden.

Die Mehrheit der befragten Unternehmensvertreter ist der Meinung, dass die weitere Entwicklung der CSR-Aktivitäten in Unternehmen künftig stark vom Konsumenten bewegt wird. Der zukünftige Einfluss durch staatliche Institutionen wird vergleichsweise gering eingeschätzt. Als Treiber werden u.a. die Diskussion um die Themen Klimawandel und soziale Gerechtigkeit ausgemacht.

Diese Einschätzung wird durch die Angeben der Verbraucher gestützt. Über zwei Drittel der Verbaucher schätzen gesellschaftliches Engagement von Unternehmen und bewerten engagierte Unternehmen als besonders sympathsich.

Ergebnisse der Studie:

  • Engagement der Unternehmen ist ein wesentliches Kriterium für Kaufentscheidungen
  • Nachhaltigkeit ist dabei ein klares Frauenthema. Frauen zeigen ein höheres Interesse und Eigenengagement. Mit zunehmendem Alter steigt allerdings auch das Interesse von Männern an einem verantwortungsbewussten Lebensstil.
  • Gütesiegel haben hohes Vertrauenspotenzial und Konsumenten wünschen sich Orientierung beim Kauf.
  • Die "Test"-Siegel sowie das Bio-Siegel genießen als einzige hohe Bekannheit und großes Vertrauen.
  • Die Informationssuche zum Fällen von Kaufentscheidungen erfolgt überwiegend über das Internet und nachhaltigkeitsorientierte Konsumenten sind eher online als über die klassischen Medien Print, TV und Radio zu erreichen.

Für die Studie wurden in einem ersten Schritt 43 Experten aus Unternehmen befragt, um deren Angaben in einem zweiten Schritt mit dem Ergebnis einer repräsentativen Konsumentenbefragung (n=1118) abzugleichen.