Corporate Volunteering bei deutschen Großunternehmen gut aufgestellt und strategisch schlecht genutzt

18. Januar 2008

Viele deutsche Firmen engagieren sich im Corporate Volunteering und fördern freiwillige gemeinnützige Aktivitäten ihrer Mitarbeiter – doch nur wenige nutzen das Potenzial dieser Maßnahmen für die Personalgewinnung. Das ist das Ergebnis einer Gemeinschaftsstudie der CSR-Beratungsagentur Scholz & Friends Reputation, der Humboldt- Universität zu Berlin und der Financial Times Deutschland, die gestern veröffentlicht wurde.

Ergebnisse der Studie:

  • Gesellschaftliches Engagement fassen die Unternehmen vor allem in den Begriffen “Corporate Social Responsibility (CSR)” und “Unternehmensverantwortung / Corporate Responsibility” zusammen (jeweils 49%).
  • Corporate Volunteering ist kein neues Phänomen: Die große Mehrheit (78%) der Unternehmen setzt Corporate Volunteering -Maßnahmen ein. Der Anstoß für Corporate Volunteering kommt überwiegend aus dem Unternehmen selbst – und eher von Mitarbeitern als vom Vorstand.
  • In der Recruiting-Kommunikation spielt gesellschaftliches Engagement bisher keine Rolle. Im „War for Talents“ feuern die Unternehmen aus allen Rohren – Corporate Volunteering ist nicht dabei.
  • Unternehmen unterstützen ihre Mitarbeiter mit Sachmitteln und Know-how (jeweils 43%) und ermöglichen Corporate Volunteering in der vergüteten Arbeitszeit (61%). Die Mitarbeiter bringen dabei vor allem Zeit und Know-how ein. Personalentwicklung in sozialen Institutionen spielt eine geringe Rolle. Unter den Mitarbeitern engagieren sich Führungskräfte stärker im Corporate Volunteering.
  • Corporate Volunteering ist vor allem Sache der Personalabteilung (43%) und der CSR-Abteilungen (32%). Eine Erfolgskontrolle der Corporate Volunteering -Maßnahmen findet nicht statt.

Für die Studie “Corporate Volunteering als Recruiting-Maßnahme für Spitzenkräfte in Deutschland - Eine Studie aus Sicht deutscher Großunternehmen” wurden 190 deutsche Großunternehmen aus DAX, MDAX, SDAX und TecDAX sowie die 30 größten privatwirtschaftlichen Unternehmen befragt. Die Antwortquote lag bei 23%.


Weiteres zum Thema

Die Studie als PDF (3081kb)