CSR im Mittelstand: Werteorientierung auch bei Auslandstöchtern

04. April 2007

Werteorientierte Führung ist für deutsche Mittelständler auch die richtige Strategie in ihren Auslandsniederlassungen. Dies ergab eine Befragung des RKW Kompetenzzentrums zu den Motiven und CSR-Aktivitäten deutscher Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten und ihrer Tochtergesellschaften in Polen.

Ihre soziale und ökologische Verantwortung nehmen Mittlerständler traditionell vor Ort wahr – auch wenn sie dafür selten den Begriff "CSR" verwenden. Die schriftliche Befragung und anschließende Tiefeninterviews bestätigten, dass nur geringe Unterschiede zwischen Heimat- und Auslandsstandort bestehen.

Ergebnisse der Studie:

  • 93% der deutschen Muttergesellschaften und 78% der polnischen Tochtergesellschaften schonen die Ressourcen.
  • Beim Engagement für den Schutz der natürlichen Umgebung des Standorts liegen die polnischen Firmen (78%) vor den deutschen (67%).
  • Alle deutschen Unternehmen nannten das Interesse an nachhaltigem Wirtschaften als wichtigstes Motiv. Für die polnischen Niederlassungen hat das Motiv „Nachhaltigkeit“ mit 60% ebenfalls einen hohen Stellenwert, nur übertroffen von ethischen und moralischen Grundsätzen (80%).
  • Messbare ökonomische Vorteile durch ihre CSR-Aktivitäten erwarten in Deutschland gut 55%.

Die Untersuchung zeigt, dass die mittelgroßen Unternehmen ihre Verantwortung sowohl gegenüber den Beschäftigten als auch gegenüber anderen Stakeholdern sehr aktiv wahrnehmen. Aus Sicht der Autoren der Studie werden die materiellen Vorteile einer CSR-Strategie jedoch noch häufig unterschätzt und es bestehen Potentiale die Maßnahmen im In- und Ausland besser aufeinander abzustimmen.