Interkulturelle Vielfalt wird Normalität

07. März 2017

Eine repräsentative Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt: Mehr als die Hälfte der Unternehmen in Deutschland beschäftigt heute Mitarbeiter mit Migrationsgeschichte. Handlungsbedarf wird allerdings bei Frauen mit Migrationshintergrund gesehen.

Ergebnisse der Studie:

  • Von den deutschen Großunternehmen beschäftigen 92 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund, in mittleren Firmen liegt der Anteil bei 81 Prozent und in kleinen Betrieben bei 55 Prozent. Jedes zweite Unternehmen hat in den vergangenen fünf Jahren Menschen mit Migrationshintergrund eingestellt. In drei Viertel dieser Betriebe waren das Menschen, die aus einem Nicht-EU-Land stammen.
  • Nachholbedarf gibt es jedoch bei den Migrantinnen: Nur knapp 40 Prozent der befragten Betriebe beschäftigen Frauen mit Migrationshintergrund. Vor allem in kleinen Betrieben – die hierzulande besonders stark vertreten sind – ist der Anteil mit 38 Prozent niedrig. In den Großunternehmen liegt er dagegen bei 83 Prozent.
  • Mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller Personalverantwortlichen sehen in fehlenden Deutschkenntnissen eine große Hürde, wenn es gilt, Migranten einzustellen. Auch in der Bleibeperspektive (35 Prozent) und der richtigen Einschätzung des Qualifikationsniveaus der Zugewanderten (31 Prozent) sehen Unternehmen faktische Hürden. Kulturelle Spannungen im Unternehmen befürchten hingegen nur rund 12 Prozent aller Personalverantwortlichen.
  • 54 Prozent aller Unternehmen ergreifen selbst Maßnahmen zur Integration ihrer Beschäftigten mit Migrationshintergrund in das Unternehmen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen beurteilt eine Unterstützung vor und während der Arbeitsaufnahme durch Dritte als hilfreich.

Die repräsentative Befragung von rund 1.000 Unternehmen im Rahmen des IW-Personalpanels wurde im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellt.


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