2500 Jobs für Geflüchtete: Ein Jahr Netzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge"

14. März 2017

Nach einem Jahr zieht das Netzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge" eine erste Bilanz. Dazu wurden 300 der 1200 Mitgliedsunternehmen befragt. Das Netzwerk bietet eine Plattform zum Austausch von Erfahrungen und Informationen für Unternehmen, die sich für Flüchtlinge engagieren oder dies vorhaben, mit dem Ziel, das Engagement sichtbar zu machen und zu stärken.

Ergebnisse der Befragung

  • Die 300 befragten Unternehmen haben 2.500 Beschäftigungsverhältnisse für Geflüchtete geschaffen. Die häufigste Form des Einstiegs verläuft über Praktika, welche mit absolut 1.560 Plätzen den Großteil der geschaffenen Arbeitsplätze für Flüchtlinge ausmachen (51%). Darüber hinaus wurden 271 Ausbildungsplätze, 332 Stellen zur Einstiegsqualifizierung und 40 Facharbeitsstellen geschaffen. Führungspositionen bilden mit insgesamt 6 Stellen (1,3%) noch eine Ausnahme. 27% der befragten Unternehmen beschäftigen bislang noch keine Geflüchteten.
  • Die Befragten sehen Sprache (86%) und Bürokratieaufwand (79%) als größte Herausforderungen bei der Integration. Auch die Unsicherheit bei der Personalplanung wegen drohender Abschiebung spielt für die Unternehmen eine Rolle. Jedoch wird keines der genannten Hindernisse von mehr als 4% der Befragten als unüberwindbar angesehen. Des Weiteren schätzen Unternehmen, die bereits Geflüchtete beschäftigen, die Hemmnisse der Integration niedriger ein als diejenigen, welche bisher keine Erfahrungen gemacht haben.
  • 80% der Befragten, die Geflüchtete eingestellt haben, planen ihr Engagement fortzusetzen oder zu erhöhen. Unternehmen ohne Beschäftigte mit Fluchthintergrund äußern sich hierzu zurückhaltender: Mehr als die Hälfte plant in diesem Jahr einen entsprechenden Arbeitsplatz einzurichten. 45% der befragten Unternehmen haben die erste Kontaktaufnahme zu Geflüchteten über Ehrenamtliche, Hilfsorganisationen oder private Initiativen getätigt.

Das Netzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge" ist eine Initiative des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), gefördert durch das Bundeswirtschaftsministerium. Ein Jahr nach der Gründung zählt es bundesweit rund 1.203 Mitglieder, wovon 72% kleine und mittlere Unternehmen sind.