Transparency International veröffentlicht Korruptionsbarometer für Europa und Zentralasien

16. November 2016

Die Antikorruptionsorganisation Transparency International hat die Ergebnisse des Globalen Korruptionsbarometers (Global Corruption Barometer, GCB) 2016 vorgestellt. Die repräsentative Bevölkerungsumfrage in 42 Ländern untersucht, wie korrupt einzelne Gesellschaftsbereiche wahrgenommen werden. Insgesamt schneidet Deutschland im internationalen Vergleich am besten ab.

Ergebnisse der Studie:

  • Insgesamt schneidet Deutschland im internationalen Vergleich am besten ab. Von Vertretern der Politik, Verwaltung und religiösen Institutionen nehmen nur jeweils weniger als zehn Prozent der deutschen Befragten an, mehrheitlich korrupt zu sein. Justiz und Polizei werden als besonders wenig korrupt wahrgenommen.
  • Bei der Wirtschaft hingegen fällt die Wahrnehmung deutlich negativer aus. Ein Drittel der Befragten in Deutschland nimmt an, dass alle oder die meisten Unternehmensleitungen in korrupte Machenschaften involviert sind. Über alle untersuchten Länder hinweg sagen 26% der Befragten, dass Verantwortliche in der Wirtschaft korrupt sind.
  • Integrität und Transparenz spielen bei politischen Institutionen eine große Rolle. Der Einfluss von Interessensgruppen auf den Gesetzgebungsprozess wurde von den Befragten besonders kritisch gesehen. 77 Prozent der Befragten in Deutschland stimmten der folgenden Aussage zu: „Wohlhabende Personen nutzen oft ihren Einfluss auf die Regierung für ihre eigenen Interessen, und es braucht strengere Regeln, um dies zu verhindern.“

Zuletzt wurde das Globale Korruptionsbarometer 2013 veröffentlicht. Ihm liegen breite Meinungsumfragen zugrunde. Für das GCB 2016 wurden in Europa und Zentralasien fast 60.000 Personen in 42 Ländern befragt. In Deutschland hat das Meinungsforschungsunternehmen TNS Opinion, im Auftrag von Transparency International, 1500 Personen interviewt.


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