Lieferketten sind Menschenketten

21. Dezember 2016

Im Rahmen einer Studie haben der ehemalige Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, und sein Team 30 große deutsche Unternehmen befragt, wie sie das Thema Menschenrechte managen.

Fazit der Untersuchung "Lieferketten sind Menschenketten" ist, dass Unternehmen einen öffentlichen und wirtschaftlichen Druck wahrgenommen. Die Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht bei den befragten Unternehmen steht aber noch am Anfang.

Ergebnisse der Studie:

  • Bislang haben von den befragten Großfirmen nur die Hälfte überhaupt Risikoanalysen betrieben, und nur ein Drittel schließt dabei die gesamte Lieferkette mit ein.
  • Ähnlich sieht es bei der Messbarkeit der Fortschrittsergebnisse in Menschenrechtsfragen aus: Nur ein Fünftel der befragten Unternehmen hat gute und messbare Ziele. Zudem schätzen sich nur sechs Prozent selbst als „gut“ ein. Grund dafür ist, dass die Unternehmen die Menschenrechte zwar als strategisches Thema erkannt haben, das in Zukunft stärker in den Fokus rücken wird (88 Prozent), doch 41% der Befragten schätzen das interne Know-how und das interne Wissen zum Thema Menschenrechte und Lieferketten als unzureichend ein.
  • Nicht Gesetze, sondern vor allem gesellschaftliche Trends und wirtschaftliche Notwendigkeiten seien derzeit die starken Treiber zur Berichterstattung. Insbesondere die Arbeit von Umweltverbänden und Menschenrechtsorganisationen werde inzwischen aus Furcht vor Reputationsschäden sehr ernst genommen. Zudem würden hohe Verbrauchererwartungen an eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung und die Forderungen nach transparentem Handeln das Management beeinflussen.

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