Investoren in Europa setzen auf Nachhaltigkeit - In Skandinavien steht Nachhaltigkeit am höchsten im Kurs

25. Juli 2016

Knapp zwei Drittel der institutionellen Anleger in Europa berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien. Spitzenreiter sind die Investoren in Skandinavien, gefolgt von der Schweiz und Österreich. Dies ist das Ergebnis einer Befragung von mehr als 800 institutionellen Investoren in zehn europäischen Ländern durch das Marktforschungsinstitut Elbe 19 im Auftrag von Union Investment.

Ergebnisse der Studie:

  • Als Anlageklasse mit der größten Nachhaltigkeitswirkung werden länderübergreifend Aktien eingeschätzt (55 Prozent), gefolgt von Alternativen Investments (45 Prozent) und Immobilien (44 Prozent).
  • Sehr unterschiedlich ist das Wissen über nachhaltige Kapitalanlagen in den verschiedenen europäischen Ländern ausgeprägt. Im Durchschnitt bescheinigen sich 18 Prozent der Befragten einen sehr guten Kenntnisstand. Vorn liegen die Investoren in Großbritannien, von denen 27 Prozent ihr Know-how als sehr gut einstufen, gefolgt von denen in den Niederlanden mit 26 Prozent und in Skandinavien mit 23 Prozent. In Deutschland beurteilt dagegen nur jeder Zehnte seine Kenntnisse so positiv.
  • Die angebotenen nachhaltigen Anlagelösungen halten 37 Prozent der Investoren für hilfreich. Die meisten Befragten (44 Prozent) bewerten diese jedoch neutral, ein knappes Fünftel (19 Prozent) beurteilt sie als nicht hilfreich. Besonders kritisch sind die institutionellen Anleger in der Schweiz und in Deutschland, wo das Produktangebot bei nur 25 Prozent bzw. 30 Prozent der Befragten auf positive Resonanz stößt. Länderübergreifend bemängeln die Kritiker vor allem eine ungenügende Transparenz der Produkte, 42 Prozent nennen diesen Punkt – deutlich mehr sind es wiederum in der Schweiz mit 51 Prozent und in Deutschland mit 50 Prozent.
  • Wesentlicher Impulsgeber für nachhaltige Kapitalanlagen ist aus Investorensicht die Regulierung (37 Prozent), gefolgt von der Medienberichterstattung (28 Prozent) und veränderten Risikobedingungen (25 Prozent). Mehr als zwei Drittel der Investoren (67 Prozent) sind der Meinung, dass sich die von der Politik angestrebte Reduktion von Treibhausgasen auf die Kapitalmärkte auswirken wird. Auswirkungen erwarten die institutionellen Anleger vor allem auf die Öl- und Gasindustrie (72 Prozent) sowie Energieversorger (53 Prozent) und Automobilhersteller (37 Prozent).
  • Ein knappes Drittel der Befragten (31 Prozent) bezieht bereits Klimaverbesserungsstrategien in Anlageentscheidungen ein. Vorn liegen auch hier die Großanleger in Skandinavien mit 54 Prozent. Am wenigsten verbreitet ist die Einbeziehung von Klimaaspekten in Italien und Deutschland (17 Prozent bzw. 18 Prozent).

Für die Untersuchung wurden 803 institutionelle Investoren in zehn ausgewählten europäischen Ländern befragt, in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Italien, den Niederlanden und Großbritannien sowie Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen (zusammengefasst als „Skandinavien“). Sie verwalten ein Vermögen von insgesamt knapp acht Billionen Euro. Die Befragung erfolgte im Frühjahr 2016 durch das Hamburger Marktforschungsinstitut Elbe 19.


Weiteres zum Thema

Zur Studie