Umfrage zu Korruptionsbekämpfung als Thema in der Nachhaltigkeitsberichterstattung von KMU

25. April 2016

Zwar ist Korruptionsbekämpfung mittlerweile ein wichtiges Thema für viele Unternehmen geworden, allerdings wird noch nicht flächendeckend über eigene Maßnahmen zur Korruptionsprävention berichtet. So lautet das Ergebnis einer Umfrage von Transparency International Deutschland und dem Studentischen Netzwerk für Wirtschafts- und Unternehmensethik (sneep).

Ergebnisse der Studie:

  • Unabhängig von der Unternehmensgröße erachten die befragten Unternehmen Korruptionsprävention als relevant für ihr Unternehmen. Das Vorhandensein und der Umfang entsprechender Richtlinien und Maßnahmen hängen dagegen eindeutig von der Unternehmensgröße ab.
  • Der Großteil der befragten Unternehmen verfügt über schriftliche Richtlinien zur Korruptionsprävention und über die Hälfte der Unternehmen bietet Antikorruptionsschulungen für Mitarbeiter an. Auch die Zuständigkeit für Korruptionsbekämpfung ist in den meisten Unternehmen klar geregelt. Die Verantwortlichkeit variiert dagegen stark. Sie liegt z.B. bei Hausjuristen, Qualitätsmanagern, Umweltbeauftragten, Personalern oder bei der Geschäftsführung.
  • Als Hindernis für eine effektive Korruptionsprävention wird insbesondere ein mangelndes Problembewusstsein der Führungsspitze gesehen. Dazu kommen die mangelnde Integration von Korruptionsbekämpfung in der Unternehmenskultur und das Fehlen von Branchenkodizes gegen Korruption. Zeit und Kosten werden von den Befragten dagegen interessanterweise kaum als Hindernisse wahrgenommen.
  • Die schwache Beteiligung angefragter Unternehmen wird von den Autoren der Studie als Indiz dafür gesehen, dass es Unternehmen nach wie vor nicht leicht fällt, über Korruption(-sprävention) zu sprechen. Dies könnte ein Faktor sein, weshalb sich die Berichterstattung zum Thema häufig auf ein Minimum beschränkt. Zudem bestand bei vielen Befragten eine Unsicherheit darüber, was Korruption überhaupt ist und wo sie beginnt.

Befragt wurden Teilnehmer des Deutschen UN Global Compact Netzwerkes: 39 Unternehmen mit bis zu 5.000 Mitarbeitern.


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