Immer mehr Menschen engagieren sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit

25. April 2016

31 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Das ist das Ergebnis des neuen Freiwilligensurveys. In vielen Bereichen gehört freiwilliges Engagement maßgeblich zum Alltag. Der Freiwilligensurvey 2014 wertet die Daten von 28.690 Befragten aus und wurde unter der wissenschaftlichen Leitung des Deutschen Zentrums für Altersfragen durchgeführt.

Ergebnisse des Freiwilligensurveys

  • Im Jahr 2014 sind 43,6% der Bevölkerung ab 14 Jahren freiwillig engagiert - das entspricht 30,9 Millionen Menschen. In den letzten fünfzehn Jahren ist die Engagementquote um insgesamt knapp zehn Prozentpunkte angestiegen.
  • Frauen engagieren sich mit 41,5% anteilig etwas seltener als Männer mit (45,7%). In den Altersgruppen der 14- bis 29-Jährigen (46,9%) und der 30- bis 49-Jährigen (47%) liegen die Anteile der freiwillig Engagierten am höchsten.
  • Personen mit hoher schulischer/beruflicher Ausbildung engagieren sich zu deutlich größeren Anteilen (52,3%) als Personen mit niedrigem Bildungsniveau (28,3%).
  • Engagierte verwenden heute weniger Zeit auf ihr Engagement als vor fünfzehn Jahren: 58,1% der Engagierten engagieren sich bis zu zwei Stunden pro Woche (1999: 50,2%, 2009: 55,4%). Der Anteil der Engagierten, die wöchentlich sechs Stunden und mehr aufwenden, sank zwischen 1999 und 2014 leicht (1999: 22,9%, 2014: 18,1%).
  • Unter Menschen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren sind und die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, ist der Anteil der Engagierten mit 43,2% ähnlich hoch wie bei den Menschen ohne Migrationshintergrund. Der Anteil der Engagierten unter Menschen mit Migrationshintergrund, die zwar in Deutschland geboren sind, aber keine deutsche Staatsangehörigkeit haben, ist mit 31,1% geringer.
  • Über ein Viertel aller Engagierten hat eine Leitungs- oder Vorstandsfunktion, wobei auch im Jahr 2014 Männer immer noch deutlich häufiger eine Leitungs- und Vorstandstätigkeit ausüben als Frauen.
  • In städtischen Regionen liegt der Anteil der freiwillig Engagierten mit 42,7% deutlich unter dem Anteil in ländlichen Kreisen (45,5%). In Regionen mit niedriger Arbeitslosigkeit ist der Anteil freiwillig Engagierter höher als in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit.

Der Freiwilligensurvey ist die größte aktuelle Untersuchung zur Zivilgesellschaft und zum freiwilligen Engagement in Deutschland. Er wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gegeben und seit 1999 alle fünf Jahre zur Verfügung gestellt. 2014 wurden 28.690 Personen befragt. Die Befragung erfolgte in 30-minütigen Telefoninterviews.

Update 29.04.2016

Kommentar zur Steigerung der Engagementquote von Prof. Dr. Gisela Jakob, Mitglied im Stiftungsrat der Aktiven Bürgerschaft:

„Auf den ersten Blick ist dies eine erfreuliche Entwicklung, die aber auch überrascht, weil es keine eindeutigen Erklärungen für diese Steigerungsraten gibt. [...] Zumindest ein Teil der deutlich höheren Engagementquote scheint dem forschungsmethodischen Vorgehen bei der Prüfung der Aussagen am Ende der Interviews geschuldet zu sein. In der Befragung 2014 wurden deutlich weniger Tätigkeiten als Nicht-Engagement gewertet als in der Befragung 2009, so dass in der neuen Erhebung mehr einmalige und sporadische Engagements erfasst sind.“