Umweltbewusstsein und Umweltverhalten junger Menschen

26. Januar 2016

Die Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Auftrag des Umweltbundesamtes zeigt, dass Umwelt- und Klimaschutz für junge Menschen eng mit globaler Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Entwicklung zusammenhängen.

Ergebnisse der Studie:

  • Das Umweltbewusstsein junger Menschen verändert sich hin zu einem "Nachhaltigkeitsbewusstsein": Sie sehen ökologische Fragen im Kontext sozialer und wirtschaftlicher Fragen. Gleichzeitig zeichnet sich ihr Umweltbewusstsein durch eine globale und langfristige Perspektive aus. Umwelt- und Klimaschutz schätzen sie häufiger als wichtiges Problem ein als ältere Befragte (14 bis 17-Jährige: 31%, 18 bis 25-Jährige: 21%, Gesamtstichprobe: 19%).
  • Umweltschutz ist für die Befragten zwar ein relevantes Thema, gleichzeitig machen sie sich jedoch Sorgen um ihren eigenen Wohlstand: Ein fortlaufendes Wirtschaftswachstum sehen sie kritisch. Zudem stellt der Konsum von Elektro- und Unterhaltungstechnik sowie von Kleidung eine wichtige Quelle für soziale Anerkennung und Teilhabe dar. In diesen Bereichen zu verzichten, ist für viele Befragte kaum vorstellbar. Die Bedeutung des eigenen Autos nimmt dagegen ab. In der qualitativen Untersuchung äußerten Jugendliche und junge Erwachsene häufig an, in größeren Städten kein eigenes Auto zu benötigen. 35% der 18 bis 25-Jährigen nutzen Car-Sharing Angebote.
  • Die Langlebigkeit von Produkten ist jungen Menschen weniger wichtig als älteren Befragten. Dafür schätzen sie den Beitrag, den das Tauschen, Leihen oder Reparieren vorhandener Produkte positiver ein als die Gesamtstichprobe (79% gegenüber 75%).

Die Ergebnisse der Studie sind im Rahmen der Umweltbewusstseinsstudie 2014 des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und des Umweltbundesamts (UBA) entstanden. Neben der online durchgeführten Repräsentativbefragung mit deutsch-sprachigen Personen ab 14 Jahren fanden mehrere qualitative Untersuchungen statt.