Umwelt- und Kostenentlastung durch umweltverträgliche Beschaffung

06. Oktober 2015

Das Öko-Institut hat die Umwelt- und Kostenentlastung einer umweltverträglichen Beschaffung gegenüber einer konventionellen Beschaffung untersucht und die Ergebnisse auf das Einkaufsvolumen der öffentlichen Haushalte im Land Berlin hochgerechnet. Untersucht wurden die Potenziale von 15 Produktgruppen und Dienstleistungen, die von der öffentlichen Hand häufig und in größeren Mengen beschafft werden.

Zu den untersuchten Produktgruppen und Dienstleistungen gehören Bürogeräte wie Computer oder Drucker ebenso wie Verbrauchsmaterialien wie Papier oder Reinigungsmittel, aber auch die Sanierung von Gebäuden, die Entsorgung von Gewerbeabfall sowie der Einsatz von Baumaschinen.

Ergebnisse der Studie:

  • Der Vergleich von Kosten und Umweltwirkungen der konventionellen sowie umweltverträglichen Produkte zeigt: Bezogen auf den gesamten Lebenszyklus sind die umweltverträglichen Beschaffungsvarianten in 10 von 15 Fällen günstiger als die konventionelle Anschaffung. Dies gilt für PKWs, Büro- und Straßenbeleuchtung, Bodenbeläge, Gebäude, Multifunktionsgeräte, Computer, Kühl- und Gefriergeräte, Kopierpapier und Reinigungsmittel. Trotz des teilweise höheren Anschaffungspreises werden bei diesen Produktgruppen über die geringeren verbrauchsbedingten Ausgaben insgesamt Kosten eingespart.
  • Bei den übrigen fünf Produktgruppen wie der Entsorgung von Gewerbeabfall, der Beschaffung von elektrischer Energie, Baumaschinen, Geschirrspülmaschinen und Textilien sind die Anschaffungskosten zwar höher. Dennoch empfiehlt das Öko-Institut auch hier die umweltverträglichen Varianten, weil entweder das Umweltentlastungspotenzial besonders hoch oder der finanzielle Mehraufwand nur gering ist.
  • Das Land Berlin kann mit umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen den Haushalt jährlich um 38 Millionen Euro entlasten. Gleichzeitig können die Treibhausgasemissionen durch die ökologische Beschaffung um rund 47 Prozent – von rund 757.000 Tonnen auf 355.000 Tonnen CO2-Äquivalenten – gegenüber der konventionellen Beschaffung sinken.

Auftraggeber der Studie ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin.