Studie zur Landschaft der Multi-Stakeholder-Initiativen

15. August 2017

Im Rahmen der Studie „The New Regulators? Assessing the Landscape of Multi-Stakeholder Initiatives“ wurden 45 transnationale Multi-Stakeholder-Initiativen (MSI), die Beiträge zum Thema freiwillige Standardsetzung für Unternehmen und Regierungen leisten, hinsichtlich ihrer Arbeitsansätze und Wirkungsreichweiten analysiert. Neben der großen Reichweite zeigt die Studie die noch existierenden Herausforderungen für solche Initiativen auf.

Hauptergebnisse der Auswertung:

  • Die untersuchten MSI sind in über 170 Ländern der Erde und auf insgesamt sechs Kontinenten aktiv. Sie erarbeiteten freiwillige Standards und Richtlinien für über 9000 Unternehmen sowie zu den verschiedensten und kontroversesten Themenfeldern.
  • Die Bildung neuer standardsetzender MSI hat sich verlangsamt. Über 80% der befragten MSI wurden vor 2010 gebildet.
  • Fast 80% der befragten MSI setzen branchenspezifische Standards, wobei fast 90% der branchenspezifischen MSI in drei Branchen tätig sind: Konsumgüter; Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei sowie Bergbau und Energie.
  • Nur 14% der MSI beteiligen die von den Geschäftstätigkeiten der teilnehmenden Unternehmen betroffenen Gemeinschaften bei wichtigen Entscheidungsprozessen oder am institutionellen Design. Bei 40% der befragten MSI repräsentiert ist eine einzige Stakeholder-Gruppe im primären Entscheidungsgremiun überrepräsentiert.
  • 40% der befragten MSI haben eine Form von Beschwerdeverfahren, die es Gemeinschaften oder Einzelpersonen ermöglichen würde, Fälle von Menschenrechten oder Umweltmissbrauch zu melden, die gegen die Standards der Initiative verstoßen.

Grundlage der Studie bildete die Datenbank zu standardsetzenden Multi-Stakeholder-Initiativen der Forschungsinstitute MSI Integrity und dem Duke Human Rights Center am Kenan Institute for Ethics der Duke University.


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