Nachhaltigkeit: Deutschem Mittelstand fehlt Orientierung

06. September 2017

Obwohl die meisten deutschen Mittelständler die hohe Bedeutung von Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility für sich erkannt haben, sind bezogen auf die Planung, Durchführung, Erfolgskontrolle und Kommunikation der CSR-Maßnahmen einige Schwächen ersichtlich. Das geht aus einer gemeinsamen Studie von Baker Tilly und der Technischen Universität Dortmund hervor, zu der 229 deutsche, mittelständische Unternehmen verschiedener Branchen zu ihrem Nachhaltigkeits-Engagement befragt wurden.

Die Ergebnisse im Überblick

  • 80% der Unternehmen schätzen für sich die Integration einer nachhaltigen Unternehmensführung als relevant ein. 45% haben dazu auch eine entsprechende Nachhaltigkeitsstrategie definiert.
  • Im Schnitt führen die Unternehmen zwischen fünf und sechs CSR-Maßnahmen in den Kategorien eines gesellschaftlichen Engagements, eines Engagements für die Mitarbeiter und für die Umwelt durch.
  • 23% der befragten mittelständischen Unternehmen binden ihre CSR-Maßnahmen nicht in die unternehmerische Planung ein. Die meisten der befragten Unternehmen (48%) verfolgen einen mittelfristigen Planungshorizont.
  • 28% stellen ein jährliches Budget für ihre CSR-Maßnahmen bereit. Der Großteil der Unternehmen stellt finanzielle Mittel je nach Bedarf oder auf externe Anfragen hin zur Verfügung.
  • Oft werden in erster Linie nur lokal und regional ansässige Adressaten erreicht, während eine vollumfänglichere Ansprache aller relevanten Stakeholder-Gruppen nicht stattfindet. Jedes zweite Unternehmen weitet seine CSR-Aktivitäten auch national aus.
  • Nur 5% der Unternehmen kommunizieren ihre CSR-Aktivitäten nicht. Von den Unternehmen, die eine umfangreichere Nachhaltigkeitsberichterstattung im Rahmen des Geschäfts- bzw. Lageberichts oder eines Umwelt-, Sozial- oder Nachhaltigkeitsberichts betreiben nutzen 73% eigene Leitsätze und Konzepte zur Erstellung der Berichte.

Die für die Analyse notwendigen Daten wurden mit Hilfe einer Online-Umfrage im Zeitraum November bis Dezember 2016 erhoben.