Die Welt des nachhaltigen Wirtschaftens: Perspektiven von Fachleuten

02. September 2017

Der jährlich stattfindende Survey „State of Sustainable Business“ von BSR und GlobeScan gibt Einblicke in die Welt des nachhaltigen Wirtschaftens und zielt darauf ab, gemeinsame Wahrnehmungen und Praktiken von Nachhaltigkeitsexperten aus Unternehmen zu identifizieren. Dazu wurden 272 erfahrene Fachleute aus dem Bereich Nachhaltigkeit von 151 Unternehmen befragt.

Die Ergebnisse im Überblick:

  • Die überwiegende Mehrheit (85%) der Befragten ist der Meinung, dass die Wirtschaft die führende Rolle bei der Förderung der Nachhaltigkeit in der Zukunft spielen muss. 57% geben an, dass auch die nationalen Regierungen wichtig sind, um Fortschritte zu erzielen. Die Geschäftsführer und Führungskräfte üben den größten Einfluss auf die Nachhaltigkeits-Agenda eines Unternehmens aus. Als weitere wichtige Gruppen werden Verbraucher, Kunden, Investoren und Mitarbeiter genannt.
  • Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen gibt an, dass Nachhaltigkeit zu den Top-5-Prioritäten ihres CEO gehört. Der Klimawandel und Menschenrechte haben als Nachhaltigkeitsthemen die höchste Priorität für Unternehmen. 65% der Befragten sagen, dass das Engagement ihres Unternehmens zur Bekämpfung des Klimawandels durch den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen nicht beeinträchtigt wird.
  • Der Anteil der Unternehmen, die die Sustainable Development Goals (SDGs) als Mechanismus zur Festlegung von unternehmerischen Leistungszielen verwenden, hat sich seit der letzten Erhebung im Jahr 2016 auf 30% nahezu verdoppelt.
  • Die Supply Chain Management-Bemühungen der Unternehmen werden von den meisten Fachleuten (53%) als mittelmäßig effektiv hinsichtlich der Bewältigung der kritischsten Nachhaltigkeitsprobleme angesehen. Dieser Eindruck kann auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass Unternehmen ihre Bemühungen noch weitgehend auf Tier-1-Lieferanten konzentrieren.
  • Der Schwerpunkt der Menschenrechtsbemühungen von Unternehmen liegt vor allem auf den Arbeitnehmerrechten, gefolgt von Frauenrechten, Menschenhandel/Sklaverei und anderen Themen. Diese engere Fokussierung auf Arbeitnehmerrechte entspricht der Erkenntnis, dass sich die Menschenrechtsbemühungen vor allem auf die eigenen Betriebe und Mitarbeitende sowie Tier-1-Lieferanten konzentrieren. Die Menschenrechtsarbeit der meisten Unternehmen (50%) konzentriert sich auf die Minderung von Risiken im Zusammenhang mit den Menschenrechten, wobei weniger darauf geachtet wird, diese mit einer umfassenderen Förderung der Menschenrechte in Einklang zu bringen.

Der BSR/GlobeScan State of Sustainable Business Survey 2017 wurde vom 20. April bis 6. Juni durchgeführt.


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