Weltweite Lieferantenbefragung: Einkaufspraktiken und Arbeitsbedingungen in globalen Lieferketten

28. September 2017

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) führte eine weltweite Umfrage bei 1.454 Lieferanten mit 1,5 Millionen Beschäftigten aus 87 Ländern durch. Die Ergebnisse zeigen die Auswirkungen der Einkaufspraktiken auf Löhne und Arbeitsbedingungen.

Die Ergebnisse:

  • Fünf wichtige Geschäftspraktiken wirken sich auf Löhne und Arbeitsbedingungen aus. Dazu gehören Vertragsklauseln, technische Spezifikationen, Auftragserteilung (und Durchlaufzeiten), Preise und Vermarktungsmacht sowie Forderungen nach sozialen Standards.
  • 39% der Lieferanten nehmen Aufträge an, die unter den Produktionskosten liegen.
  • 29% der Lieferanten gebe an, dass die Einkaufspraktiken der Einkäufer wahrscheinlich dazu führen werden, dass ihre Arbeiter Löhne unter den Lebenshaltungskosten annehmen müssen.
  • 40% der Lieferanten gaben an, dass sie aufgrund niedriger Bestellpreise Aufträge an andere Unternehmen vergeben würden.
  • 65% der befragten Lieferanten hatten schriftlichen Verträge. 70-80% der Verträge deckten das Auftragsvolumen, Liefertermine, Preis und Qualitätsschwellen ab.
  • Mehr als 90% der befragten Lieferanten geben an, dass ihre Einkäufern erwarten, dass sie einen Verhaltenskodex befolgen. 49% von ihnen erhalten jedoch keine Hilfe von ihren Einkäufern, um die geforderten sozialen Standards zu erreichen

Der Fragebogen wurde zwischen Juli und Oktober 2016 an einen Pool von 41.387 Lieferanten verschickt, der von SEDEX und den Ethical Trading Initiativen von Dänemark, Norwegen und Großbritannien bereitgestellt wurde. Insgesamt haben 1.454 Lieferanten aus 87 Ländern an der Umfrage teilgenommen. Auf Basis der Befragung wurde von den Ethical Trading Initiativen von Dänemark, Norwegen und Großbritannien zudem ein Leitfaden für Unternehmen zu verantwortungsvollen Einkaufspraktiken veröffentlicht.