Nachhaltigkeitsberichterstattung und Armutsbekämpfung

25. Oktober 2017

Im September 2016 startete die GRI ein Forschungsprojekt, um die konkreten Zusammenhänge zwischen Nachhaltigkeitsberichterstattung und Armutsbekämpfung aufzudecken. Die Publikation „Can corporate reporting help end poverty“ stellt wichtige Erkenntnisse des Projekts vor.

Die Untersuchung ergab, dass Unternehmen über ihre Bemühungen zur Armutsbekämpfung berichten: Von den 107 analysierten Berichten enthielten 72% Informationen über die Auswirkungen des Unternehmens auf die Armutsbekämpfung. Drei Viertel der Unternehmen, die über Armut berichteten, taten dies in mehrfacher Hinsicht, und nur 26% berichteten in einem einzigen Zusammenhang. Die Analyse der Nachhaltigkeitsberichte identifizierte sechs Kontexte, in denen über Armut berichtet wird:

  • Philanthropie, einschließlich Spenden von Unternehmen in Form von Stiftungsgeldern und ehrenamtlicher Arbeit (49%).
  • Engagement für die Gemeinschaft, das die lokale Bevölkerung in eine direkte Beziehung und einen Dialog einbindet, um ihren Bedürfnissen und Erwartungen gerecht zu werden (44%).
  • Operativer Kontext, der die Standortentscheidungen und die Schaffung von Arbeitsplätzen in bestimmten Regionen motiviert (21%).
  • Direkte wirtschaftliche Auswirkungen, gemessen an den tatsächlichen Finanztransaktionen, und indirekte wirtschaftliche Auswirkungen, die sich aus Geldflüssen wie Einkommensumverteilung ergeben (21%).
  • Unternehmensentwicklung auf der Grundlage neuer Ansätze, wie z. B. integrative Lieferketten, Produkte und Dienstleistungen für einkommensschwache Gruppen sowie kleine und mittlere Unternehmen (17%).
  • Risiken, die von externen Quellen, der Umwelt, Compliance-Vorschriften, Kunden oder Betrieben ausgehen (8%)

Der Bericht untersucht jeden der sechs identifizierten Kontexte, wobei Fallstudien und Interviews die Ergebnisse vertiefen.

Das Forschungsprojekt umfasste eine Reihe von Fokusgruppen, Interviews, eine tiefgehende Fallstudie des Overseas Development Institute (ODI) und die Analyse der Nachhaltigkeitsberichte. Es wurde gefördert von der Swedish International Development Cooperation Agency (Sida) und dem UK Department for International Development (DFID).


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