Viele Menschen engagieren sich freiwillig in der Flüchtlingshilfe

16. Februar 2018

Das Institut für Demoskopie Allensbach hat im Auftrag des Bundesfamilienministeriums in einer zweistufigen repräsentativen Umfrage das Engagement in der Flüchtlingshilfe in Deutschland untersucht.

Zusammen mit der Zunahme der Flüchtlingszahlen im Herbst 2015 wuchs auch das Engagement der deutschen Bevölkerung zur Unterstützung und Integration der Flüchtlinge. Zwar wurden die nach Deutschland Geflohenen auch schon vor diesem Zeitpunkt von Freiwilligen unterstützt. An vielen Orten gab es bereits eta „Lern-“ und „Lesepatenschaften“ oder auch Helferkreise, deren Mitglieder zum Beispiel bei Behördengängen Hilfestellung leisteten. Doch mit der Zunahme der Flüchtlingszahlen ab September 2015 erweiterte sich die Hilfsbereitschaft noch einmal beträchtlich.

Ergebnisse der Studie:

  • Seit 2015 haben 55 Prozent der Bevölkerung Flüchtlinge in Deutschland in irgendeiner Weise unterstützt, sei es durch Sach- und Geldspenden, durch öffentliche Fürsprache in Leserbriefen und Unterschriftenaktionen oder durch aktive Hilfen. Davon haben 36 Prozent in den zurückliegenden Jahren Hilfe geleistet; aktuell sind noch 19 Prozent der Bevölkerung in irgendeiner Weise unterstützend tättig. Unter den aktuellen Unterstützerinnen und Unterstützern sind 11 Prozent aktive Helferinnen und Helfer. Diese Aktiven unterstützen Flüchtlinge bei Behördenkontakten, begleiten sie zu Arztbesuchen, unterrichten Deutsch oder verbringen Freizeit mit den geflohenen Menschen.
  • Erkennbar ist ein beträchtlicher Aktivierungsschub durch die Ereignisse seit dem Herbst 2015. Insgesamt 25 Prozent der Bevölkerung leisteten zwischen 2015 und heute aktive Hilfen für Flüchtlinge, darunter 9 Prozent, die zuvor noch nicht anderweitig engagiert waren. Viele der „Ersthelferinnen und Ersthelfer“ haben ihre Mitarbeit zwar inzwischen wieder beendet oder durch ein Engagement in anderen Bereichen ersetzt. Von den 11 Prozent der Bevölkerung, die sich derzeit an der aktiven Flüchtlingshilfe beteiligen, wollen die meisten ihr Engagement aber auch in den nächsten Jahren fortsetzen.
  • Eine deutliche Mehrheit der Helferinnen und Helfer hat für ihr Engagement Rückhalt im eigenen Umfeld. 81 Prozent geben an, dass sie von den Flüchtlingen viel Dankbarkeit erfahren, 64 Prozent, dass sie viel Neues erfahren und gelernt haben. 60 Prozent haben bei ihrer Tätigkeit auch neue Freundinnen und Freunde gewonnen. Probleme werden am häufigsten durch bürokratische Hürden und Verständigungsprobleme erlebt.
  • Durchschnittlich wenden die Aktiven 5,6 Stunden/Woche für ihr Engagement auf.

Um das Engagement zu untersuchen, wurde eine zweistufige Untersuchung durchgeführt. Zunächst wurde die Beteiligung an der freiwilligen Flüchtlingshilfe im Rahmen einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage mit rund 1.400 Befragten erfragt. Auf Grundlage der so ermittelten Strukturinformationen konnte dann eine Stichprobe von 558 aktiven Helferinnen und Helfern zusammengestellt werden, die in mit mündlich-persönlichen Interviews befragt wurde.


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